Kommentar: Streikjahr 2012

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Obwohl das Jahr 2012 noch jung ist und die Tarifrunden der großen Gewerkschaften noch in Vorbereitung sind, haben einige Streiks schon deutliche Spuren in Deutschland hinterlassen.
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Bisher haben die Spartengewerkschaft GdF oder der große Bruder Verdi jeweils kleine Häuflein an Spezialisten zu folgenreichen Warnstreiks aufgerufen. Der Flughafen in Frankfurt und seit gestern die in der Hauptstadt Berlin können ein Lied von annullierten Flügen singen.

Doch das war offenbar nur die Ouvertüre für ein streikintensives Jahr. Am Montag wollen die Bediensteten im öffentlichen Dienst das Rhein-Main-Gebiet mit einer ersten Warnstreikwelle durcheinanderwirbeln. Für Pendler dürfte es höchst ungemütlich werden. Verdi fordert 6 Prozent mehr Lohn und zeigt sich kampfbereit. Sie reklamiert Nachholbedarf für ihre Mitglieder. Dabei trifft sie auf kommunale Arbeitgeber, deren Kassen ziemlich leer sind. Das ist keine Konstellation, die eine schnelle Tarifeinigung erwarten lässt.

In den Startlöchern ist bereits die mächtige IG Metall. Am 6. März beginnen die Verhandlungen. Es geht um Einkommensverbesserungen von 6,5 Prozent. Die Metaller verweisen auf "vergoldete Bilanzen" und Rekordergebnisse bei Autobauern, Zulieferern und Maschinenbauern. Die Arbeitgeber halten die Entgeltforderung für die 3,6 Millionen Beschäftigten für "wirtschaftlich nicht begründbar". Sie verlangen Zurückhaltung wegen der Risiken, die aus der Euro-Schuldenkrise und der aktuellen Konjunkturabkühlung entstehen. Auch bei diesem Konflikt droht eine Eskalation. Die streikerprobte IG Metall will nach Jahren der Enthaltsamkeit einen kräftigen Schluck aus der Lohnpulle.

Friedlichere Verläufe versprechen dagegen die Tarifrunde für die Bankmitarbeiter (+ 6,5 Prozent), die gerade begonnen hat, und für die chemische Industrie (+ 6,0 Prozent), die im April startet. Beide Branchen haben eine auf Ausgleich bedachte Tradition.

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