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Kommentar: Syriens bittere Aussichten

Von Es ist die zynische Wahrheit dieses syrischen Bürgerkrieges, dass Diktator Baschar al-Assad mit seinen Schutzmächten das Land regelrecht leer bomben kann, während sich der Westen um die Vertriebenen in den Nachbarstaaten kümmert.
Zerstörter Straßenzug in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus. Foto: Hassan Ammar/AP Zerstörter Straßenzug in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Es ist die zynische Wahrheit dieses syrischen Bürgerkrieges, dass Diktator Baschar al-Assad mit seinen Schutzmächten das Land regelrecht leer bomben kann, während sich der Westen um die Vertriebenen in den Nachbarstaaten kümmert. Das mindert die Ergebnisse dieser Brüsseler Konferenz nicht. Ebenso wenig wie die Erkenntnis, dass die internationale Gemeinschaft, vor allem die Europäer, nicht nur von humanitärer Solidarität angetrieben werden. Für sie geht es auch um Eigennutz.

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Denn wenn die Auffang-Staaten in der syrischen Nachbarschaft nicht unterstützt werden, wandern Millionen von Flüchtlingen weiter, um irgendwo anders Schutz zu suchen – vor allem in der EU. Deshalb hat der Chef des Welternährungsprogramms Recht, wenn er darauf hinweist, dass die Versorgung der Bürgerkriegsopfer in der Region billiger wird als die Integration in Europa.

Dennoch macht das humanitäre Aufbegehren der internationalen Gemeinschaft beklommen. Weil alle Vertreter der Staaten und Organisationen in Brüssel wussten: Diejenigen, denen vorrangig geholfen werden müsste, sind nicht erreichbar, solange al-Assad und seine Unterstützer dies nicht zulassen. Die Katastrophe in Syrien ist noch lange nicht zu Ende.

Dass die EU sich schon mit einer fernen Zukunft befasst, von einem freien Syrien mit unabhängigen Wahlen träumt, ist verständlich. Europa will dieses Ziel als Perspektive für alle jene Flüchtlinge aufrechterhalten, die in der Region ausharren. Ihnen soll deutlich gemacht werden, dass sie irgendwann ihr Land wieder aufbauen können – und dass Flucht in den Westen keine verlässliche Alternative ist. Allerdings geht auch die Rechnung nur auf, wenn es gelingt, sehr bald in eine politische Lösung wenigstens einzusteigen. Dieser Hoffnungsschimmer fehlte ein Brüssel schmerzhaft.

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