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Opel: Kommentar: Teufelskerl Tavares

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Symbolbild Foto: Andreas Arnold Symbolbild

Carlos Tavares ist seinem Ruf als knallharter Sanierer mal wieder gerecht geworden. Vor knapp einem Jahr hat der Portugiese an der Spitze des französischen PSA-Konzerns den chronisch defizitären Autobauer Opel/Vauxhall übernommen. Und in dieser kurzen Zeit ist es ihm tatsächlich gelungen, rote Zahlen in schwarze zu drehen. Auf den ersten Blick grenzt das an Zauberei. Tavares ist ein Teufelskerl!

Er hat es in Windeseile geschafft, einen Autohersteller mit angeschlagenem Image und verkrusteten Strukturen auf Rendite zu trimmen. Das ist ihm 2014/15 bei den verlustreichen Automarken Peugeot und Citroën schon einmal gelungen. Chapeau, Monsieur Tavares!

Allerdings ist Opel längst noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Zum einen sind die aktuellen Zahlen nicht mit früheren aus der Ära General Motors vergleichbar. Daher ist Vorsicht geboten. Zudem hat PSA für Opel/Vauxhall nur ein Ergebnis ohne die hohen Einmalaufwendungen der Sanierung veröffentlicht. Abfindungen und Vorruhestandsverträge dürften unterm Strich das Jahresergebnis noch stark belasten.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

In den komplizierten Verhandlungsrunden mit dem Opel-Betriebsrat über strategische Partnerschaften oder gar einen Teilverkauf des Forschungs- und Entwicklungszentrums dürfte jetzt erst recht die Frage nach der Sinnhaftigkeit des geplanten personellen Aderlasses und der Lohnzugeständnisse gestellt werden. Die Arbeitnehmervertreter werden noch genauer hinschauen und kritisch hinterfragen, ob die Franzosen Opel kaputtsparen wollen, wenn doch die für 2020 angepeilten Renditeziele schon heute übertroffen sind. Das Schreckgespenst, das an die Wand gemalt wird, ist das einer deutschen Traditionsmarke, die technisch zu 100 Prozent vom PSA-Mutterkonzern abhängig ist und nur noch als Vertriebskanal für französische Autos in deutschem Gewand dient.

Gewinne zu erzielen, ist für ein Unternehmen überlebenswichtig. Nur damit können Investitionen finanziert werden, die die Zukunft der Marke und der Arbeitsplätze sichern. Doch wenn die kampfstarken Opelaner den Eindruck gewinnen sollten, Tavares presse alles aus dem Rüsselsheimer Unternehmen heraus, um immer mehr Profit zu erwirtschaften, dürften der Autostadt am Main turbulente Monate bevorstehen.

michael.balk@fnp.de Bericht auf Seite 4

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