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Kommentar: Unter Brückenbauern

Von Die Brücken, die Fifa und IOC bauen, führen in der Regel eher zu neuen Geldquellen als zu mehr Zwischenmenschlichkeit und Völkerverbindung.
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Kaum hatte er den Vatikan verlassen, meldete er sich schon via Twitter. Joseph S. Blatter ist ein fleißiger Nutzer des modernen Internet-Kurznachrichtendienstes, und so berichtete er gestern auf diese Weise von dem „unglaublichen Moment, den Heiligen Vater zu treffen“. Gemeinsame Themen waren bei den Privataudienzen, die Papst Franziskus Blatter und auch Thomas Bach gewährte, schnell gefunden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Besucher sich das Gehörte zu Herzen nehmen.

Der Fußballfreund Franziskus betonte unter anderem die Fähigkeit seines Lieblingssports, Menschen zu verbinden und Brücken zu schlagen. Das ist auch Blatters Thema. Ob der Weltfußball-Boss und der oberste Olympier den Pontifex bei seinen Worten aber auch richtig verstanden haben? Die Brücken jedenfalls, die Fifa und IOC bauen, führen in der Regel eher zu neuen Geldquellen als zu mehr Zwischenmenschlichkeit und Völkerverbindung. Und der Gigantismus, dem Fußball-WM und Olympische Spiele frönen und den Blatters und Bachs Verbände mit ihrer Vergabepraxis noch fördern, mag auch nicht so recht zu der vorgelebten Bescheidenheit des Papstes und seinem Sinn für soziale Gerechtigkeit passen.

Tatsächlich wohnen dem Sport viele wunderbare Möglichkeiten inne, ohne diese jetzt überbewerten zu wollen. Fifa und IOC aber sind viel zu wenig dafür bekannt, diese so auszuschöpfen, wie sich Franziskus das erhoffen mag. Da muss man nicht erst an Katar denken.

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