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Brexit: Kommentar: Verlust eines engen Partners

"Wie der Weg verläuft, weiß niemand – wohl aber, wohin er führt: Vom 30. März 2019 an ist Großbritannien kein Mitglied in der EU mehr", sagt unsere Kommentarschreiberin Mirjam Moll.
Symbolbild Symbolbild

Der Brexit hat längst begonnen. Bereits mit dem offiziellen Austrittsgesuch der Briten im März wurde eine Maschinerie in Gang gesetzt, die sich nur noch schwer bremsen lässt. Doch mit dem gestrigen offiziellen Verhandlungsauftakt wurde es amtlich: Großbritannien wird die EU verlassen.

Es mag Politiker wie Emmanuel Macron geben, die das Vereinigte Königreich durch offene Türen wieder hereinwinken wollen. Doch selbst, wenn sich die ersten Inselbewohner langsam bewusst werden, dass die Isolation von der EU für das Vereinigte Königreich schwere Folgen haben könnte – ihre Regierungschefin Theresa May gibt sich verbissener denn je. Und das, obwohl sie mit ihrer Parole für einen „harten Brexit“ bei den Neuwahlen abgestraft wurde und inzwischen Mitglieder ihres eigenen Kabinetts für eine Kurswechsel plädieren. Trotz einer noch nicht offiziell gebildeten Regierung und der damit verbundenen Unsicherheit, ob es nicht doch noch einmal zu Neuwahlen kommt, haben beide Seiten begonnen, das unbekannte Terrain zu betreten und die jahrzehntelange Verbindung aufzudröseln.

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Wie der Weg verläuft, weiß niemand – wohl aber, wohin er führt: Vom 30. März 2019 an ist Großbritannien kein Mitglied in der EU mehr. Wie das Kunststück gelingen soll, bis dahin die Zukunft der EU-Bürger auf der Insel zu sichern, das Finanzielle zu klären und zu verhindern, dass ab diesem Datum wieder Ein- und Ausfuhrzölle zwischen beiden Seiten gelten, ist ungewiss. Mit Barnier und Davis sind aber immerhin zwei Männer am Werk, die Erfahrung mit europäischen Verträgen haben. Beide arbeiteten für ihre Landesregierungen am Vertrag von Maastricht – jenem Papier, das die EU enger zusammenwachsen lassen sollte. Und zwar durch eine Gemeinschaftswährung. Schon damals erkämpfte sich das Vereinigte Königreich eine Sonderkondition, musste den Euro nie einführen.

Es mag eine Vorankündigung gewesen sein, dass das Land nie wirklich bereit war, sich der EU voll und ganz anzuschließen. Stattdessen erkämpfte es sich den Ruf als ewiger Bremser, der auch Sozialpolitik und Verteidigungsunion kategorisch ablehnte. Immerhin bleibt der Gemeinschaft durch diese Haltung ein Szenario erspart, das man mit Griechenland um jeden Preis vermeiden wollte: den Austritt eines Landes aus der Währungsgemeinschaft. Den Verlust eines engen Partners, der vier Jahrzehnte lang zu dieser Union gehörte, kann sie jedoch nicht verhindern.

politik@fnp.de

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