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EZB: Kommentar: Verschieben wir's auf morgen

Die große Sorge ist, dass der Euroraum den Anschluss an die USA verpassen könnte. Steigende Zinsen im Dollarraum würden den Euro in die Defensive drängen. Ein Kommentar von Stefan Wolff.
EZB-Chef Mario Draghi. Foto: Arne Dedert EZB-Chef Mario Draghi. Foto: Arne Dedert

So wie es derzeit aussieht, könnte 2018 das Jahr der Zinserhöhungen werden. Für dieses Jahr scheint jedenfalls der Zug abgefahren zu sein. Mit Nullzins und ohne Andeutung konkreter Schritte verabschiedete sich die Europäische Zentralbank (EZB) in den Sommer.

Viele Beobachter, vor allem Anhänger steigender Zinsen, hatten sich mehr erhofft. Auf der EZB-Tagung im portugiesischen Sintra hatte Mario Draghi vor wenigen Wochen noch einen Kurswechsel angedeutet. Das hatten ihm die Märkte zumindest unterstellt, weil der Notenbankchef die Wirtschaft des Euroraums über den Klee gepriesen hatte.

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Stefan Wolff

Jetzt werfen Draghis Kritiker der EZB Wankelmut vor. Oder haben sie ihn einfach nur falsch interpretiert? Aus anderer Perspektive (nämlich der der südeuropäischen Banken) ist noch lange nicht alles im Lack, was die staatliche Rettung italienischer Häuser hinreichend bewiesen haben dürfte. Trotzdem wächst der Druck auf die EZB. Die Kritik an den Währungshütern wird lauter und direkter.

Die große Sorge ist, dass der Euroraum den Anschluss an die USA verpassen könnte. Steigende Zinsen im Dollarraum würden den Euro in die Defensive drängen. Das ist zwar schön für manche Exporteure, verteuert aber die Importe von Rohstoffen und bringt Finanzhäuser in Not, die mitansehen müssen, wie bei ihnen geparkte Gelder der Karawane des steigenden Zinses folgen. In dieser Woche wird sich zeigen, ob die Sorgen gerechtfertigt sind. Vieles deutet darauf hin, dass auch die US-Notenbank Fed den Fuß vom Gas nehmen wird und eventuell sogar erst nach dem Jahreswechsel an weitere Zinsanhebungen denkt.

Vor wenigen Monaten schien der Nullzins noch in Stein gemeißelt zu sein. Diese Einschätzung hat sich überholt. Trotzdem wird mehr und mehr klar, wie schwer sich die EZB mit einer Zinswende tut.

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