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Kommentar: Viele Versäumnisse im Fall Peggy

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<span></span> Foto: (FNP)

Vor fünf Jahren war das Entsetzen groß: Damals wurde bekannt, dass der „nationalsozialistische Untergrund“ NSU jahrelang unentdeckt in Deutschland morden konnte. Doch möglicherweise gibt es auch seitdem schwere Versäumnisse.

Zwar ist der Zusammenhang zwischen dem Fall Peggy und dem NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt noch nicht aufgeklärt, stehen nach der spektakulären DNA-Analyse die Ermittler erst am Anfang. Doch sie könnten vielleicht weiter sein, wären sie dem Verdacht, der einst von Böhnhardt über den verurteilten Sexualstraftäter Tino Brandt zu Peggy führte, nach dem Aufdecken der NSU-Morde noch einmal nachgegangen. Die Kindersandalen im ausgebrannten Wohnmobil, die Kinderpornos auf dem Rechner – all das hätte Ermittlungen zu Fällen verschwundener Mädchen und Jungen in Gang setzen müssen. Schließlich war da schon klar, wie gut die NSU ihre Verbrechen tarnen konnte.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Mord an Peggy aufgeklärt und das fast eingeschlafene Interesse der Öffentlichkeit am NSU-Prozess wieder größer wird. Denn dabei geht es nicht um das gewohnte Lächeln von Beate Zschäpe, sondern um eine der größten Mordserien Deutschlands. Und was die rechtsradikalen Terroristen noch anrichteten, beginnen wir vielleicht gerade erst zu erahnen.

politik@fnp.de

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