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Bundeswehr: Kommentar: Was ist der Plan für Afghanistan?

NH-90 Hubschrauber hinter einem Radpanzer Boxer im afghanischen Masar-i-Scharif. Der komplette Abzug aus dem Land gerät immer weiter außer Sichtweite. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv NH-90 Hubschrauber hinter einem Radpanzer Boxer im afghanischen Masar-i-Scharif. Der komplette Abzug aus dem Land gerät immer weiter außer Sichtweite.

Der frühere Generalinspekteur Harald Kujat hat sich um das Jahr 2000 herum im Interview dieser Zeitung bitter über die damalige rot-grüne Bundesregierung beklagt. Sein Vorwurf: Berlin sage ständig Bundeswehreinsätze im Ausland zu, die in dieser Menge seriös gar nicht machbar seien. Denn die Personaldecke sei zu dünn. Zu diesem Problem ist durch die Sparpolitik unter Guttenberg auch noch ein materielles Problem gekommen. Es gibt kaum einen Panzer, der fährt, kaum ein Flugzeug, das fliegt. Wenn die Bundeswehr Soldaten und Waffen schnell in ein Krisengebiet bringen will, muss sie sich oft genug die dazu nötigen Flugzeuge und Schiffe von Verbündeten zusammenbetteln.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Dennoch hat das Kabinett beschlossen, einige der Auslandseinsätze auszuweiten. Das gilt besonders für Afghanistan. Wenn Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Hinblick auf die Mission am Hindukusch sagt, dort brauche man einen langen Atem, dann hört sich das nur noch an wie ein schlechter Witz. Seit 17 Jahren sind dort internationale Truppen stationiert. Aber „nichts ist gut in Afghanistan“ – der Ausspruch Margot Käßmanns von Anfang 2010 stimmt leider immer noch.

Gewiss ist manche Auslandsmission zumindest kurzfristig sinnvoll, um ein Feuer zu löschen. Aber für längere Operationen braucht es eine Perspektive. Im aktuellen Super-Film „Die Verlegerin“ mit Meryl Streep gerät der US-Verteidigungsminister Robert McNamara unter Druck, weil er den Vietnam-Krieg fortsetzt, ohne dass es vorangeht. Irgendwann haben die Amerikaner dann aufgegeben. Was ist unser Plan für Afghanistan?

dieter.sattler@fnp.de Bericht Seite 3

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