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Kommentar: Zins-Dilemma

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Die Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) trägt Früchte, auch unwillkommene. Der US-Dollar gilt inzwischen gegenüber fast allen wichtigen Währungen als überbewertet. Nur die Schwedenkrone und der Schweizer Franken stehen fester da.

Für deutsche Verbraucher bedeutet dies, dass nicht nur der Urlaub in den USA teurer wird. Die zuletzt gesunkenen Ölpreise wirken sich nicht so stark aus, da Öl ja bekanntlich in Dollar gehandelt wird.

In den USA ächzen Exporteure unter der Last. Ihre Waren und Güter werden im Ausland teurer, das heißt weniger konkurrenzfähig. Außerdem verteuern sich wegen der Zölle die Einfuhrkosten. Das kann dem US-Präsidenten nicht gefallen. Aus seiner Sicht folgerichtig hat er die Zinspolitik der US-Notenbank kritisiert und damit erneut mit ungeschriebenen Gesetzen gebrochen.

Das mag auf den ersten Blick nicht dramatisch sein. Die Fed stürzt die Einmischung in ein Dilemma. Notenbankchef Powell hat bereits betont, von seinem Zinspfad nicht abweichen zu wollen. Doch was ist, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern? Schnell hätte die Fed den Ruf weg, den Einflüsterungen Trumps erlegen zu sein. Das heißt, die Unabhängigkeit der Währungshüter würde infrage gestellt.

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Stefan Wolff

Noch ungünstiger wäre es, würde die Fed die Zinsen aus Prinzip anheben, um ihre Unabhängigkeit zu beweisen. In einer ähnlichen Zwickmühle befand sich die Europäische Zentralbank in ihren Anfangszeiten, als sie massivem politischen Druck ausgesetzt war, die Zinsen zu senken und quasi „aus Trotz“ diesen Schritt viel zu lange hinauszögerte.

Mit den Währungen tut sich neben den Zöllen für die Finanzmärkte eine weitere Baustelle auf. Exporteuren in den Dollarraum verschafft die starke US-Währung dagegen ein wenig Luft.

 

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