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Kommentar: Kommentar des Börsenexperten: Neue Gräben

Als Protest gegen den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen verbrennen Abgeordnete im iranischen Parlament zwei Stücke Papier. Das eine zeigt die amerikanische Flagge, das andere soll eine symbolische Kopie des Atomabkommens sein. Foto: AP Als Protest gegen den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen verbrennen Abgeordnete im iranischen Parlament zwei Stücke Papier. Das eine zeigt die amerikanische Flagge, das andere soll eine symbolische Kopie des Atomabkommens sein.

Die Entscheidung der US-Regierung, das Atomabkommen mit dem Iran aufzukündigen, enthält Sprengstoff. Für Unternehmen geht es nicht nur darum, auszurechnen, ob sie mehr Geschäft in den USA oder im Iran machen, und dann nach Sachlage zu entscheiden. Vielmehr hängen sie erneut am Tropf der Politik, in der derzeit weder sachliche noch wirtschaftliche Argumente eine Rolle spielen. Der Ton wird schärfer. Saudi-Arabien hat einen Auftragsstopp über deutsche Unternehmen verhängt. Bei staatlichen Projekten sollen sie nicht mehr zum Zuge kommen.

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Stefan Wolff

Wer miteinander handelt, schießt nicht aufeinander. Mit dieser Devise sind deutsche Politik und Wirtschaft stets gut gefahren, wenn auch Kritik nicht selten war: Geschäfte mit Chile unter Pinochet, mit dem damaligen Apartheit-Staat Südafrika und mit Saudi-Arabien. Diese Devise gilt aber nicht mehr auf dem Rückweg in Isolation und Merkantilismus.

Wenn US-Präsident Trump ernsthaft deutsche Autohersteller als Gefahr für die innere Sicherheit bezeichnet, dann ist dem mit Sachlichkeit und Vernunft nicht mehr beizukommen. Auch dürfte niemand ernsthaft davon ausgegangen sein, dass das Atomabkommen alle Konflikte löst und geopolitische Ambitionen des Iran beendet. Es ging darum, den Bau von Nuklearwaffen zu verhindern.

Klar ist, dass weder Saudi-Arabien noch die USA Interesse an einer modernisierten iranischen Ölindustrie haben. Unter dem Motto „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ werden die eigenen Interessen rücksichtslos vertreten. Auf die Finanzmärkte, an denen die Zeiten- wende noch nicht gespiegelt wird, kommen ungemütliche Zeiten zu.

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