E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 25°C

Kommentar zu Alleinerziehenden: Oft von Armut bedroht

Von
Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Alleinerziehende, meist sind es Frauen, stehen oft im Schatten. Viele von ihnen kämpfen heldenhaft um ein gutes Leben für sich und ihre Kinder. Doch mehr als 30 Prozent der Familienhaushalte, in denen nur ein Elternteil lebt, sind von Armut bedroht. 39 Prozent können sich keine Woche Urlaub leisten. Dass es dabei für Alleinerziehende, die komplett ohne Partner und familiäres Netzwerk sind, besonders schwer ist, dürfte wahrscheinlich sein, ist aber statistisch nicht erfasst.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

In vielen Fällen müssen Kinder, die in Haushalten von Alleinerziehern leben, früh Mitverantwortung übernehmen und Verzicht üben. Vor allem, wenn sie Geschwister haben, wird es oft eng beim Wohnen, aber auch beim Haushalten mit dem wenigen Geld, das monatlich zur Verfügung steht. Mitunter kann dies zur frühen Einübung in Solidarität führen, wie es für verwöhnte Kinder in wohlhabenden Haushalten, die es natürlich auch bei Alleinerziehenden gibt, nicht gefordert ist.

Was gerne vorschnell als arm bezeichnet wird, kann aber auch einfach bescheidenes Leben sein. Zwar wird heute der, der sich keine neueste Mode bei Kleidung oder Technik leisten kann, mehr stigmatisiert als früher, aber unbekannt waren solche Phänomene auch in den 1970er Jahren nicht. Eine schwerere Hypothek als der Verzicht auf Materielles wäre es, wenn die Bildungs- und damit Zukunftschancen sänken. Hier muss die Gesellschaft gegensteuern. Aber klar muss auch sein, dass der Staat zwar sozial abfedern, aber nicht alle Lebensrisiken absichern kann. Paare trennen sich heute schneller als früher, das Trennungsrisiko bei Patchwork-Familien ist wiederum höher als bei Erst-Ehen. Und so wird das Leben schnell kompliziert. Nicht wenige Frauen aus Problemverhältnissen flüchten sich jung und ohne Ausbildung in (dann auch wieder überforderte) Familien. Hier kann die Gesellschaft unterstützen, mit Ausbildungschancen und Entlastung durch Kita-Verbesserungen, aber Angebote helfen nicht immer. Was Sozialverbände ungern hören: Wenn jemand sich und den Kindern die Zukunft verbaut, liegt es eben nicht immer nur an der Gesellschaft, sondern manchmal auch an ihm selbst.

 

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen