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Kommentar zu Brasilien: Pest oder Cholera

Von Wie in manch anderem Land ist auch in Brasilien die Polarisierung fortgeschritten. So gibt es bei der Präsidenten-Stichwahl nur die Alternative Pest oder Cholera.
Unterstützer des rechtspopulistischen Kandidaten bei der Präsidentenwahl, Bolsonaro, jubeln. Foto: Ian Cheibub Unterstützer des rechtspopulistischen Kandidaten bei der Präsidentenwahl, Bolsonaro, jubeln.

Wie in manch anderem Land ist auch in Brasilien die Polarisierung fortgeschritten. So gibt es bei der Präsidenten-Stichwahl nur die Alternative Pest oder Cholera. Entweder siegt mit dem favorisierten Jair Bolsonaro, der im ersten Wahlgang 46 Prozent holte, ein Populist von rechts, oder mit Linken-Politiker Fernando Haddad (29 %) einer von der anderen Seite. Die Mitte-Kandidaten waren chancenlos.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Was Haddad sagt, klingt zumindest vernünftiger als die rassistischen und frauenfeindlichen Ausfälle von Bolsonaro, der als Tropen-Trump bezeichnet wird. Aber Haddad könnte den Sumpf von Korruption und Verschuldungspolitik fortführen, den die Arbeiterpartei nach einem kurzfristig entfachten Boom hinterlassen hat. Diese Misswirtschaft hatte mit entsprechenden Protesten der Bevölkerung schon die Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 überschattet, die Brasilien Jahre zuvor stolz an Land ziehen konnte. Nicht zufällig war Linken-Ikone Lula da Silva durch eine Haftstrafe an der Kandidatur verhindert. Haddad, der kurzfristig eingesprungen ist, wird den deutlichen Rückstand auf Bolsonaro kaum aufholen können.

Vom rechten Ex-Militär, der selbst wenig von Ökonomie versteht, erhofft sich die Wirtschaft einen Aufschwung. Bolsonaro könnte mit liberaler Politik unternehmerische Fesseln lösen. Doch wie viel von den Früchten eines Produktivitätsschubs bei den Armen ankäme, ist ungewiss. Haddad wiederum steht für den Irrglauben der Linken, durch Schuldenpolitik Wohlstand zu schaffen. Angesichts dieser Alternativen fragt man sich, wann weltweit endlich wieder mehr Vernunft regiert.

 

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