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Kommentar zu Davos: Die neue Logik

Was haben Strafzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen mit freiem Welthandel gemeinsam? Nicht viel, mag man auf den ersten Blick meinen. Doch in der Logik des US-Präsidenten geht das durchaus. Zumindest ist es für Donald Trump völlig unproblematisch, entsprechende Handelsbeschränkungen zu erheben und nur ein paar Tage später in Davos die USA als Mekka der freien Märkte zu präsentieren.

Die Einladung, die der Präsident auf dem Wirtschaftsforum aussprach, ist deutlich gewesen: Wer am wirtschaftlichen Erfolg der USA teilhaben will, muss vorbeikommen oder dort investieren. „America first“, eben.

In Davos suchte die Wirtschaft den Schulterschluss mit Trump. Siemens-Chef Joe Kaeser versprach, Gasturbinen in den USA zu bauen. Die Belegschaft des von der Schließung bedrohten Görlitzer Gasturbinen-Werks dürfte das nicht freuen. Germany second?

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Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis weitere Strafzölle folgen. Deutsche Stahlunternehmen standen häufiger in der Kritik, Billigprodukte aus Fernost ebenso.

Gepaart mit der Steuerreform in den USA, die Unternehmen erheblich entlastet, können diese Maßnahmen mittelfristig den US-Aufschwung pushen. An den Aktienmärkten wurde eine solche Entwicklung bereits vorweggenommen, obwohl es nicht gelungen ist, das Wirtschaftswachstum wieder über drei Prozent zu hieven (ein erklärtes Ziel der Trump-Regierung).

Langfristig dürfte die Abschottung nicht erfolgreich sein. Klagen vor der Welthandelsorganisation WTO gegen Strafzölle und Gegenmaßnahmen der betroffenen Staaten dürften die Vorteile aushebeln oder zumindest dämpfen. Wie sehr die Finanzmärkte darauf reagieren werden, ist offen. Auch Kapitalverkehrskontrollen sind in einer „America first“-Welt denkbar.

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