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Kommentar zu Handy am Steuer: Strafen zu milde

Zeitunglesen, Essen, Rauchen, laute Musik und sogar Biertrinken – all das ist beim Autofahren in Deutschland erlaubt. Selbst das Navi darf bedient werden. Verboten ist hingegen die Nutzung des Handys.
Lebensgefährlich - für andere und einen selbst: Ablenkung ist zu einer Hauptunfallursache geworden. Foto: Monika Skolimowska Lebensgefährlich - für andere und einen selbst: Ablenkung ist zu einer Hauptunfallursache geworden.

Zeitunglesen, Essen, Rauchen, laute Musik und sogar Biertrinken – all das ist beim Autofahren in Deutschland erlaubt. Selbst das Navi darf bedient werden. Verboten ist hingegen die Nutzung des Handys. Dies allein ist an sich sinnvoll – aber dennoch inkonsequent. Noch ein absurdes Beispiel: Die Gesetzeslage erlaubt es, auf die Auto-Uhr zu schauen. Illegal wiederum ist ein einfacher Blick auf das Display des Smartphones sowie das bloße Halten solcher Geräte. Auch wenn die Strafbarkeit von Telefonieren und Tippen nicht infrage zu stellen ist – ganz logisch ist die gezogene Grenze nicht.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Peter Dahm

Allerdings scheint die Regelung ohnehin nicht viel zu helfen: Täglich begegnen einem auf der Straße Fahrer mit gesenktem Blick, abgelenkt von WhatsApp und Co. Die Gefahr der Handynutzung ist vielen Verkehrsteilnehmern leider nicht bewusst. Ganz nach dem Motto „Einmal online – immer online“ wird das Verbot massenhaft ignoriert, enorme Risiken einfach unterschätzt. Das liegt unter anderem aber auch an der zu milden Sanktionierung solcher Vergehen.

Die Polizei müsste viel häufiger und zudem strenger kontrollieren, die Bußgelder könnten deutlich höher sein. Es sollte kein Kavaliersdelikt mehr sein, sondern wie Trunkenheit auch mit Führerscheinentzug geahndet werden. Die aktuelle Bestrafung kann niemanden abschrecken. Ein Aktionstag ist aber ein guter Anfang, um die Straßen sicherer zu machen.

politik@fnp.de Bericht auf Seite 28

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