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Meinung: Kommentar zu Streaming: Goldene Zeiten

Von Streaming-Dienste haben gleich mehrere Branchen revolutioniert - und ihre Betreiber sehen weiter goldenen Zeiten entgegen.
Symbolbild Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild) Symbolbild

Der iPod-Player von Apple rettete die Musikindustrie in den 90er Jahren vor dem Untergang. Gemeinsam mit den iTunes-Downloads konnten Verbraucher wieder überzeugt werden, für Musik Geld zu bezahlen. Die Sache hatte nur einen Haken, da die Musiktitel auf dem „Abspielgerät“ gespeichert wurden. Mit dem schwedischen Streaming-Dienst Spotify hatte dieser Spuk vor zehn Jahren ein Ende. Die Musik kam jetzt aus dem Internet. Keiner musste ab diesem Zeitpunkt mehr Musik-CDs horten und in seinen Bücherregalen Spielfilm-DVDs stapeln. Neben Spotify sind mittlerweile große Player wie zum Beispiel Apple, Amazon, YouTube und Netflix mit Filmen und Serien auf den Streaming-Zug aufgesprungen. Und im Sportbereich mischt der Streaming-Dienst DAZN den Markt auf.

Dieter Hintermeier Bild-Zoom Foto: Dieter Hintermeier
Dieter Hintermeier

Der große Verlierer dieses Booms ist zweifellos das „lineare“ Fernsehen. Die goldene Zeit des TV währte nach dem Siegeszug des Internets, und in dessen Gefolge der Möglichkeit des Streamings, nur kurz. Durch üppige Gebühren und saftige Werbeeinnahmen im Selbstgefälligkeits-Modus gelandet, verpassten die TV-Bosse jeglicher Couleur den Trend der Zeit. Jetzt, wo es fast zu spät ist, ist deren Gejammer natürlich groß, und Netflix, Amazon und Co. wird Kultur-Imperialismus vorgeworfen, weil diese in der begehrten (Werbe)-Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen den TV-Dinos von ARD bis RTL die Butter, das heißt im Klartext das Geld, vom Brot nehmen.

Jedem sollte klar sein, dass die Streaming-Dienste nicht angetreten sind, um Shakespeare-Dramen und Tierdokumentationen in ihr Programm zu heben. Das überlassen sie lieber ihren „Old-School-Kollegen“. Um wieder im Markt der Filme und Serien Fuß zu fassen, bemüht sich das Traditions-TV um Co-Produktionen mit Netflix und Amazon. Doch die wollen in solchen Fällen nicht wirklich anbeißen. Mit gutem Grund: Warum sollen sie jemanden mit ins Boot nehmen, der im Museum eigentlich wesentlich besser aufgehoben wäre?

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