Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

USA: Kommentar zu Trump: Politik aus der Umkleidekabine

Von
US-Präsident Donald Trump. Bilder > Foto: Ron Sachs (imago stock&people) US-Präsident Donald Trump.

Es war sicher Donald Trumps Erfolgsrezept, den Sound von Stammtischen und Umkleidekabinen aufzunehmen. Noch am Tag seines Wahltriumphes sprach er weniger wie der mächtigste Mann der Welt, sondern wie der Präsident eines kleinen Football- oder Baseball-Klubs, der nach Erringung des Meistertitels allen Mitkämpfern für die erfolgreiche gemeinsame Anstrengung dankt. Obwohl man festhalten muss, dass Trump immer noch einige Millionen Stimmen weniger bekommen hat als Hillary Clinton, fühlten sich sehr viele Amerikaner mit ihren archetypischen Sehnsüchten und Hoffnungen von ihm mehr mit- und ernstgenommen als von seiner streng rationalen Konkurrentin, die für den Elitekurs in Washington stand. Doch auch wenn viele Trump noch die Treue halten, dürfte das Erwachen für manchen angesichts des vulgären Gebarens des Präsidenten Trump böse sein. Schließlich erwartet man auch vom besten Sprücheklopfer, dass er sich auf der Weihnachts- oder Familienfeier anständig benimmt.

Aber peinlicherweise haben Trump und seine Getreuen den Sound aus der Umkleidekabine eins zu eins auf die politische Großbühne transportiert. Da stößt Trump schon mal einen „unwichtigeren“ Präsidenten brutal zur Seite, da beschimpft sein kurzzeitiger Kommunikationschef Anthony Scaramucci die Mitstreiter auf übelste Weise. Es ist gut, dass Trump ihn schnell wieder aus dem Verkehr zog. Es ist schlecht, dass er ihn wohl im Amt gelassen hätte, wenn er nur das gegnerische und nicht auch das eigene Lager beschimpft hätte.

Die Vorgänge im Weißen Haus zeigen ähnlich wie Marine Le Pens verbale Ausfälle bei der TV-Diskussion mit Emanuelle Macron oder die üblen Personalkämpfe bei der AfD, dass Populisten zwar gelegentlich den Finger in Wunden legen – aber die Letzten sind, die sie heilen können. Man soll sich den unverstellten Blick auf Probleme zwar nicht nehmen lassen, aber konstruktive Politik macht man eben nicht mit Sprüchen aus der Umkleidekabine. Der angebliche Klartext aus dem Trump-Klub ist öfters, Verzeihung, einfach Bullshit.

dieter.sattler@fnp.de Bericht auf Seite 4

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse