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Kommentar zum CDU-Landesparteitag: Müde Diskussion

Hinter Volker Bouffier (CDU, vorn), Ministerpräsident des Landes Hessen, halten Annegret Kramp-Karrenbauer (2.v.l.), Generalsekretärin der Bundes-CDU, und andere Parteimitglieder beim Landesparteitag der CDU Hessen Plakate mit der Aufschrift "Wir für Bouffier". Foto: Arne Dedert (dpa) Hinter Volker Bouffier (CDU, vorn), Ministerpräsident des Landes Hessen, halten Annegret Kramp-Karrenbauer (2.v.l.), Generalsekretärin der Bundes-CDU, und andere Parteimitglieder beim Landesparteitag der CDU Hessen Plakate mit der Aufschrift "Wir für Bouffier".

Gegen etwas zu kämpfen ist leichter als für etwas. Das hat der Landesparteitag der Hessen-CDU in Offenbach bewiesen. Ministerpräsident Volker Bouffier und Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer haben deutliche, ja, hochemotionale Worte gegen Extremismus und Gewalt von linker und rechter Seite gefunden. Applaus prasselte, Delegiertenköpfe nickten.

Es sind diese Zitate, die vom Landesparteitag bleiben. Zitate, die in Zeiten von Chemnitz, Pegida, Gaulands „Fliegenschiss“ und anderen Provokationen und Unverschämtheiten unbedingt erforderliche Orientierung bieten. Denn es ist heutzutage wichtiger denn je, gegen etwas zu sein, statt nur mitzulaufen oder einfachen Wahrheiten hirn- und wortlos hinterherzuplappern. Schlimmer noch: ihnen hinterherzuhandeln.

Eva-Maria Lill Bild-Zoom Foto: Privat
Eva-Maria Lill

Trotzdem: Die müde Diskussion, mit der die Delegierten das Parteiprogramm ansonsten durchgewunken haben, lässt eine Leidenschaft für die eigene Sache vermissen. Es wird schwer sein, Menschen, die im Oktober Protestkreuzchen setzen wollen oder solche, die ihre Alles-Egal-Haltung mit Wahlverweigerung äußern, für diese Politik zu erwärmen. Denn ja, Politik braucht ruhige Seriosität in wilden Zeiten. Und ja: Politik braucht Gegner. Aber sie braucht auch Mut, sich für das Dafür ebenso wie für das Dagegen zu begeistern. Und diesen Eindruck hat der Landesparteitag – trotz Beteuerung von Bouffier, sich nicht auf bereits Geschafftem ausruhen zu wollen – nicht vermittelt.

pollirik@fnp.de

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