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Kommentar zum Gipfel: Friedenschance mit Fragezeichen

12.06.2018, Singapur: U.S. Präsident Donald Trump beantwortet Fragen auf einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit dem Machthaber von Nordkorea Kim im Capella Resort auf der Insel Sentosa. Bilder > Foto: Wong Maye-E (AP) 12.06.2018, Singapur: U.S. Präsident Donald Trump beantwortet Fragen auf einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit dem Machthaber von Nordkorea Kim im Capella Resort auf der Insel Sentosa.

Wird das nun als großes historisches Treffen in die Geschichte eingehen oder nur als heiße Luft, was Kim Jong Un und Donald Trump in Singapur inszeniert haben? Die Antwort darauf fällt wahrlich nicht leicht bei diesen, nun ja, sehr speziellen Protagonisten, die sich da medienwirksam die Hand gereicht haben.

Der Diktator aus Pjöngjang und der Populist aus Washington haben es zweifellos geschafft, den gordischen Knoten auf der koreanischen Halbinsel zumindest anzuritzen. Und die Welt ist auf einmal in Bewegung geraten durch diesen Gipfel, der noch bis vor kurzem als völlig undenkbar galt. Wenn Donald Trump von einer „Botschaft der Hoffnung“ spricht, ist dies auch nicht ganz von der Hand zu weisen angesichts der fast 70-jährigen Feindschaft und der Kriegsrhetorik, die bislang das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea kennzeichnete und die zeitweise die Welt in die Angst vor einem dritten Weltkrieg stürzte.

Bei alldem ist das Ergebnis mit mehreren großen „Aber“ versehen. Zum einen, weil die Abschlusserklärung nicht mehr als eine Absichtserklärung ist. Natürlich ist es positiv, dass nun auf eine „vollständige Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ hingearbeitet werden soll. Wann und wie das geschehen soll, bleibt aber offen. Und was die mündliche Zusage von Kim, der eigentliche Gewinner der großen Singapur-Show, ein Testgelände für Raketenantriebe zu schließen, wert ist, wird sich noch weisen müssen. Vorsicht ist angebracht, denn Zusagen zur atomaren Abrüstung hat Nordkorea schon früher gemacht, dann aber wieder einkassiert.

Ein weiteres großes „Aber“ steht hinter dem Abkommen auch wegen des unberechenbaren, geltungssüchtigen Charakters der beiden Unterzeichner. Zu welchen Kehrtwendungen gerade Trump fähig ist, hat er jüngst auf dem G 7-Gipfel bewiesen. Gut möglich also, dass auch das jetzige Papier nur die Halbwertszeit eines Tweets hat. Schon aus diesem Grund wäre euphorischer Jubel über einen Erfolg zu früh. Eine Chance auf Frieden ist das Gipfelergebnis aber allemal.

klaus.spaene@fnp.de Bericht auf Seite 1 und 3

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