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Kommentar zum Handelskrieg: Ein heißer Sommer

05.07.2018, USA, Savannah: Das Heck eines Schiffes im Hafen von Savannah ist mit Containern beladen. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Seit Mitternacht Washingtoner Zeit werden Waren aus China mit zusätzlichen Abgaben belegt. Peking sieht den bisher «größten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte» eingeläutet. Foto: Stephen B. Morton/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Stephen B. Morton (AP) 05.07.2018, USA, Savannah: Das Heck eines Schiffes im Hafen von Savannah ist mit Containern beladen. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Seit Mitternacht Washingtoner Zeit werden Waren aus China mit zusätzlichen Abgaben belegt. Peking sieht den bisher «größten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte» eingeläutet. Foto: Stephen B. Morton/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die chinesische Regierung droht mit dem „härtesten Wirtschaftskrieg“ aller Zeiten, und es besteht wohl kaum ein Zweifel daran, dass sie es ernst meint. China ist nicht daran interessiert, sich auf dem Weg zu einer großen Wirtschaftsnation ausbremsen zu lassen. Mehr als eine Milliarde Menschen bietet eine gute Basis für ein stabiles Konsum-Fundament. Geld ist ohnehin ausreichend vorhanden.

An der Börse steht man nur mit offenem Mund da und wundert sich, wie schnell der Zollstreit in den vergangenen Tagen eskaliert ist. Die Hoffnung ruht nun auf der beginnenden Bilanzsaison. Gleich die laufende Woche hat es in sich. Vor allem die US-Banken werden zeigen müssen, wie gut sie nach überstandenem Stresstest tatsächlich dastehen. Die Vorlage der Halbjahreszahlen könnte aber zu einem fast wehmütigen Blick zurück verkommen. Viele Firmen dürften angesichts der bestehenden Probleme weniger optimistisch in die Zukunft blicken als zuvor.

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Stefan Wolff

Wie sollten sie auch? China sitzt in vielerlei Hinsicht am längeren Hebel, auch wenn das die US-Regierung in weiten Teilen nicht erkennen möchte. Viel bedeutsamer als Zölle auf US-Autos und Sojabohnen sind die versteckten Handelsrestriktionen. Chinas Zentralregierung kann Touristenströme umlenken; staatliche Airlines für andere Firmen als für Boeing interessieren… Die Liste lässt sich fortsetzen.

Das dickste Pfund hat China mit seinen Dollar-Reserven in der Hinterhand. Das Reich der Mitte ist größter Anleihegläubiger der USA. Sollte China aufhören, Anleihen zu kaufen oder gar damit beginnen, sich von Beständen zu trennen, würde das eine weltweite Finanzkrise auslösen. Das Einzige, was das Land davon abhält, ist die Vernunft. Schließlich würde auch China Verluste hinnehmen. Doch angesichts der Drohkulissen sollte man auch Vernunft als einen endlichen Rohstoff betrachten.

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