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Kommentar zum Hessentag: Diät für die Heilige Kuh

Symbolbild Foto: Thomas Frey (dpa) Symbolbild

Wenn es nur nach den nüchternen Zahlen und Fakten ginge, wäre die Sache glasklar: Der Hessentag ist eine völlig aufgeblasene, viel zu lange, viel zu teure Veranstaltung, die dazu noch viel zu oft stattfindet. So kritisieren es der Bund der Steuerzahler Hessen und Landtagsfraktionen wie die FDP oder die Linke. Und eigentlich haben sie ja alle recht.

Der Initiator des Hessentages, Ministerpräsident Georg-August Zinn, der von 1950 bis 1969 regierte, hatte den Gedanken verfolgt, nach dem Zweiten Weltkrieg das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Dafür waren im Jahr 1961 ganze drei Tage veranschlagt. Die größten Attraktionen waren ein Schachspiel mit lebenden Figuren, ein Feuerwerk und der Umzug. Mittlerweile ist daraus ein Mega-Event geworden mit explodierenden Kosten und kommunalen Defiziten im Millionenbereich. Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille.

Klaus Späne Bild-Zoom
Klaus Späne

Ein Hessentag ist für die veranstaltenden Städte eine Art Adrenalinstoß für die Entwicklung. Infrastrukturprojekte werden mit Landeszuschüssen umgesetzt, die ansonsten nicht so schnell gekommen wären. Weitere Pluspunke sind der Imagegewinn für die Kommunen, die einzigartige Stimmung, die das Fest transportiert, die auch das Gemeinschaftsgefühl stärkt und der Bürgergesellschaft nachhaltige Impulse verleiht. Das alles hält auch nach dem Ende der Veranstaltung an.

Trotz all dieser Vorzüge wäre eine Diät für die Heilige Kuh Hessentag sinnvoll. Die Deckelung der Landeszuschüsse ist ein richtiger Weg. Es braucht aber nicht dutzendweise nationale und internationale Stars wie etwa in Rüsselsheim. Sinnvoll wäre auch ein Zusammenlegen mit der alle zwei Jahre stattfindenden Landesgartenschau, um Hessen nicht mit Großveranstaltungen zu überfrachten.

 

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