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Tragödie: Kommentar zum Silvesteranschlag in Istanbul: Keine Sicherheit mit Erdogan

Von Der türkische Präsident, dessen politisches Ziel nur noch mehr Macht für Erdogan zu heißen scheint, hat sich in einen Vielfronten-Kampf verstrickt. Mit dem Ergebnis, dass es mittlerweile in der Türkei täglich an jeder Ecke krachen kann.

Es war schon immer eine Illusion, dass autoritäre Herrscher, mit harten bis brutalen Willkürmaßnahmen für mehr Sicherheit sorgen können. In der Türkei ist sogar das Gegenteil der Fall. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der sich innerhalb weniger Jahre vom vermeintlichen Reformer zum Autokrat, ja vielleicht sogar Diktator gewandelt l hat, bekommt keine Ruhe mehr in sein Land. Ein Anschlag jagt den nächsten. Zielen die kurdischen PKK-Terroristen vor allem auf Sicherheitskräfte, so versucht der „Islamische Staat“ möglichst viele Zivilisten zu treffen. Deshalb deutet der Silvester-Anschlag im Istanbuler Nachtclub in diese Richtung. Das tödliche Attentat auf den russischen Botschafter vor zwei Wochen wiederum könnte auf das Konto syrischer Rebellen gehen, die auf die neue Waffenbrüderschaft von Putin und Erdogan zielen.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Der türkische Präsident, dessen politisches Ziel nur noch mehr Macht für Erdogan zu heißen scheint, hat sich inzwischen in einen Vielfronten-Kampf verstrickt. Mit dem Ergebnis, dass es mittlerweile in der Türkei täglich an jeder Ecke krachen kann. Und das in einem Land, das vor zehn Jahren noch auf bestem Weg nach Europa zu sein schien. Die Wirtschaft blühte, Erdogans AKP schien die langjährige faktische Militärherrschaft zu demokratisieren, so dass sie schon als die islamische CDU bezeichnet wurde.

Doch damit ist es vorbei. Inzwischen wird vom Regime gelogen, dass sich die Balken biegen. Fast für alle Missstände und Terrorakte werden abenteuerliche Schuldzuweisungen an die Kurden und natürlich die Gülen-Bewegung fabriziert, mit der Erdogan doch lange Jahre paktierte. Durch die willkürlichen Säuberungen im Staatsapparat und die verheerende Sicherheitslage gehen der Türkei so viel Knowhow, internationales Vertrauen und Touristen verloren, dass sie sich bald auf der abschüssigen Fahrt in Richtung Entwicklungsland wiederfinden könnte. Wie lange werden die Türken Erdogan auf diesem Weg noch folgen?

dieter.sattler@fnp.de

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