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Kommentar zum französischen Wahlkampf: Blick ins Haifischbecken

Die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen spricht mit Reportern vor einer TV Debatte der elf Kandidaten in den französischen Privatsendern BFM TV and CNews, in La Plaine-Saint-Denis, außerhalb von Paris, am 04.04.2017. Foto: Lionel Bonaventure/AFP POOL/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Lionel Bonaventure (AFP POOL) Die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen spricht mit Reportern vor einer TV Debatte der elf Kandidaten in den französischen Privatsendern BFM TV and CNews, in La Plaine-Saint-Denis, außerhalb von Paris, am 04.04.2017. Foto: Lionel Bonaventure/AFP POOL/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Garstig verläuft der französische Wahlkampf, mit persönlichen Angriffen und im Schatten von Skandalen und Betrugsvorwürfen gegen zwei der Hauptbewerber, François Fillon und Marine Le Pen. Auch die jüngste Fernsehdebatte, bei der zum ersten und einzigen Mal alle elf Bewerber gleichermaßen zu Wort kamen, belegte vor allem, dass sich Rivalen gegenüberstehen, die einander zutiefst verachten – selbst wenn sie inhaltlich nicht immer so weit voneinander entfernt sind. Oder gerade dann: Denn es ist ein heftiger Kampf um Wählerstimmen, an dessen Ende vielleicht ein paar Prozentpunkte entscheiden könnten. Nicolas Dupont-Aignan zielt auf dasselbe konservative Publikum ab wie der Republikaner François Fillon, der sich im Zuge der jüngsten Affären auf einem prekären dritten Platz befindet. Auch die Vertreter der Linken, Benoît Hamon und Jean-Luc Mélenchon, spielen lieber jeweils ihre eigene Partitur, anstatt auf eine gemeinsame Stärke zu setzen.

Birgit Holzer Bild-Zoom Foto: Andreas Licht
Birgit Holzer

So ergibt sich ein Bild von der Politik als Haifischbecken, in der eine konstruktive inhaltliche Zusammenarbeit kaum möglich ist. Es ist einer der Hauptgründe, warum etliche Franzosen schon vor dieser Wahl enttäuscht und verdrossen sind. Mit Emmanuel Macron bietet zwar einer der Kandidaten einen Politikansatz an, der eine Verbindungslinie zwischen den traditionell verfeindeten Lagern der Sozialisten und Republikaner herstellen und beiden die Hand reichen will. Doch vielen gilt als suspekt, wer ideologische Grenzen überwinden möchte – dabei hält Macron jene zur Rechtspopulistin Le Pen strikt aufrecht. Sollte er tatsächlich gewinnen, beginnt eine mühselige Suche nach Mehrheiten; doch das gilt auch für alle anderen Bewerber: Die Präsidentschaftswahlen sind nur ein erster Schritt, ebenso spannend wird es nach den Parlamentswahlen. Denn erst dann wird regieren möglich.

politik@fnp.de

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