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Fünfkampf: Kommentar zum "kleinen" TV-Duell: Auf Platz drei kommt es an

Deutlich wurde bei der Fernseh-Diskussion: Im Kampf um den wichtigen Platz Drei schenken sich die angetretenen Politiker nichts. Ein Kommentar.
Die Moderatoren zusammen mit den Parteivertretern und Spitzenkandidaten (l-r) Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Joachim Herrmann (CSU), bayerischer Innenminister, Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, und Alice Weidel (AfD). Foto: Bernd von Jutrczenka Die Moderatoren zusammen mit den Parteivertretern und Spitzenkandidaten (l-r) Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Joachim Herrmann (CSU), bayerischer Innenminister, Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, und Alice Weidel (AfD).

In einem Punkt waren sich fast alle Fernsehzuschauer einig: Die Debatte der fünf kleinen Parteien war viel spannender als das allzu harmonisch wirkende Duell der Kanzlerkandidaten. Klar ist aber auch: Den Regierungschef werden CDU oder SPD stellen. So lautet zwar weiterhin die große Frage: Merkel oder Schulz? Da Angela Merkel ihren Herausforderer aber in allen Umfragen weit hinter sich lässt, ist es eigentlich eine andere Frage, die nach der Wahl mit größter Wahrscheinlichkeit die Gemüter erhitzen wird: Wer regiert mit Merkel?

Christiane Warnecke Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Christiane Warnecke
Nach dem TV-Duell am Sonntagabend spürten viele Zuschauer eine solche Einigkeit zwischen Merkel und Schulz, dass eine große Koalition auch für die kommenden vier Jahre in greifbare Nähe gerückt ist. Zumal es die Koalitionsform ist, die sich auch die meisten Bundesbürger wünschen. Für die SPD aber könnte eine dritte Runde als Juniorpartner der Union verheerende Konsequenzen haben. Die Sozialdemokratie könnte dadurch noch mehr an Profil verlieren und ihren Status als Volkspartei endgültig einbüßen.

So richtet sich nun der Fokus darauf, welche Partei Platz drei einnehmen wird. Wird es die AfD, wie es einige Umfragen vorhersagen, so würde sie wohl nicht auf der Regierungsbank Platz nehmen, denn niemand will mit ihr koalieren. Wird es die FDP, und es würde zusammen mit der CDU für eine Mehrheit reichen, wäre alles klar. Auch die Grünen auf Platz drei würden diesmal vermutlich nicht mehr vor einem Regierungsbündnis mit der Union zurückschrecken.

Sollte es jedoch für CDU und CSU mit keinem der kleinen Partner für eine Mehrheit reichen, stünden sehr bunte Koalitionsgespräche ins Haus: Jamaika – ein schwarz-gelb-grünes Bündnis – wäre dann zumindest eine Option. Eine äußerst schwierig auszuhandelnde allerdings. Ist der Weg vom linken Flügel der Grünen zu den konservativen Hardlinern in der CSU doch sehr weit. Und auch zwischen Grünen und FDP besteht nicht gerade eine große Nähe. Die Option Jamaika erscheint deshalb zumindest als eine sehr dissonante Variante für alle Beteiligten. Und eine, in der die drittstärkste Kraft im Bundestag ebenfalls eine herausgehobene Stellung gegenüber dem kleinsten Regierungspartner einnehmen würde, denn sie würde den Vizekanzler stellen.

Käme es am Ende doch zu einer Neuauflage der großen Koalition, hätte auch dann die drittstärkste Kraft im Parlament eine bedeutende Rolle. Ist es doch traditionell der Oppositionsführer, der in Bundestagsdebatten zuerst nach der Kanzlerin das Wort ergreifen darf. Zudem würde die dritte Kraft im Parlament den Vorsitz des Haushaltsausschusses stellen – keine ganz unwesentliche Rolle bei der Verteilung der Finanzen.

Die Linken, die durchaus auch das Potenzial haben, am Wahlabend als Dritter aus dem Rennen zu gehen, hätten nur eine kleine Regierungschance, wenn Martin Schulz doch noch eine fulminante Aufholjagd hinlegen sollte. Er hält sich die umstrittene Option eines Linksbündnisses weiterhin offen, wie sich im Kanzler-Duell gezeigt hat.

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