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Kommentar zur Dieselkrise: Kunden im Stich gelassen

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Ein Ende der Dieselkrise ist noch längst nicht absehbar, und dies ist vor allem die Schuld von Automobilindustrie und Politik. Obwohl die eine oder andere Maßnahme angestoßen worden ist, fehlt es am grundsätzlichen Willen zur Umkehr. Die Pkw-Bauer haben erst bei gut der Hälfte der versprochenen 5,3 Millionen
Euro-5- und Euro-6-Diesel die Software umgerüstet. Der versprochene Abschluss der Update-Arbeiten bis Ende der Jahres ist sehr unwahrscheinlich. Selbst wenn er noch gelingen sollte: Das Problem liegt tiefer. Die von vielen Umweltverbänden geforderten Hardware-Nachrüstungen scheut die Branche weiter wie der Teufel das Weihwasser. Die Politik sekundiert brav und geht jeder Konfrontation mit den Autobossen aus dem Weg. Diese Hinhaltetaktik könnte sich noch gewaltig rächen: Über der Dieselkrise schwebt weiter das Damoklesschwert der großflächigen Fahrverbote, die das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich für zulässig erklärt hatte, wenn sie „verhältnismäßig“ sind. „Verhältnismäßig“ werden Fahrverbote dann, wenn die Luft in den deutschen Städten nicht bald flächendeckend besser wird. Dies ist jedoch nicht absehbar, solange grundlegend neue innerstädtische Mobilitätskonzepte an Lobby-Widerständen scheitern. Alleine gelassen fühlen sich bei alldem nicht zuletzt die vielen Dieselfahrer, denen einst versprochen wurde, mit dem Kauf eines Selbstzünders etwas Gutes für die Umwelt zu tun, und die sich jetzt vielfach verschaukelt fühlen. Die Dieselkrise wird weiter auf dem Rücken der Verbraucher ausgetragen. Dies ist ein Skandal im Skandal.

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