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Kommentar: Kommentar zur Kinderbetreuung: Kitas Hessen hinkt hinterher

Die Qualität der Betreuung in den hessischen Kindertagesstätten stagniert. Das ist besorgniserregend, kommentiert Christiane Warnecke.
Foto: dpa Foto: Rolf Vennenbernd (dpa) Foto: dpa

Finanziell spüren die Eltern hessischer Kindergartenkinder seit Anfang August eine deutliche Entlastung. Für sechs Betreuungsstunden am Tag müssen sie nun keine Beiträge mehr zahlen. Noch wichtiger ist allerdings für viele Eltern die Qualität der Betreuung in den Kitas. Und die stagniert in Hessen, wie die Bertelsmann-Stiftung dem Land bescheinigt.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Das ist besorgniserregend. Sehen sich doch Erzieher – ähnlich wie Grundschullehrer – wachsenden Anforderungen gegenüber. Bedingt durch gestiegene Erwartungen an die frühkindliche Bildung, aber auch durch eine Zunahme an Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und schlechten Deutschkenntnissen. Ein wesentlicher Faktor, um dieser gesellschaftlichen Entwicklung zu begegnen, ist ein besserer Betreuungsschlüssel, also weniger Kinder pro Erzieher.

Hierzulande hat sich der Betreuungsschlüssel zwischen 2012 und 2017 jedoch nur so geringfügig verbessert, dass Hessen nun unter den westdeutschen Durchschnitt gefallen ist. Trotz der umfangreichen Investitionen der schwarz-grünen Landesregierung hinkt Hessen weit hinter Nachbarländern her. Rheinland-Pfalz etwa hat die Bertelsmann-Stiftung deutliche Fortschritte bescheinigt. Dort betreut eine Fachkraft im Durchschnitt ein Kind weniger als in Hessen. Es gibt also noch viel Luft nach oben für die hessische Landesregierung.

Und nicht nur für sie. Wünschenswert wären bundeseinheitliche Qualitätsstandards in der Kinderbetreuung. Vor allem aber fehlen Antworten auf den dramatischen Fachkräftemangel bei Erziehern, der sich schon jetzt abzeichnet. Selbst wenn Bund und Länder mit dem Gute-Kita-Gesetz die Mittel deutlich aufstocken, wäre gar nicht genügend Personal verfügbar, um alle neuen Stellen zu besetzen. Kurzfristig werden Verbesserungen deshalb nur schwer zu erreichen sein. Dringend nötig sind somit zusätzliche Ausbildungskapazitäten für Erzieher – und eine bessere Bezahlung.

christiane.warnecke@fnp.de Berichte Seiten 1 und 7

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