E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 25°C
1 Kommentar

Kommentar zur Lehrerbildung: Reform dringend notwendig

Von
Symbolbild Foto: imago Symbolbild

Deutschlands Lehrerbildung hat ein Problem, nämlich ein strukturelles. Denn die mangelnde Medienkompetenz ist nur das Symptom eines Bildungssystems, das dringend reformiert werden muss. Seit Jahren appellieren Lehrer, Lehramtsstudierende und Bildungsexperten für eine Modernisierung der Aus- und Fortbildung. Seit Jahren wird vonseiten der Politik im Gießkannenprinzip mal hier, mal da etwas gemacht.

Rebecca Röhrich Bild-Zoom Foto: Michael Herdlein www.herdlein.de
Rebecca Röhrich

Zum Beispiel verteilt das hessische Kultusministerium Handzettel an Schulen, um über Risiken und Nebenwirkungen von WhatsApp, Instagram & Co zu informieren. Und ja, ein paar freiwillige Fortbildungen gibt es auch noch im Jahr zum Thema Medienkompetenz. Das reicht aber bei weitem nicht aus. Lehramtsstudierende und Lehrer müssen in Sachen Datenschutz, Umgang mit sexueller Belästigung im Netz und Cyber-Mobbing verpflichtend und grundsätzlich ausgebildet werden.

Und wem das Thema Medienkompetenz noch nicht relevant genug erscheint, dem sei noch ein anderer Aspekt ans Herz gelegt. Nämlich der Umgang mit Diskriminierung und religiösen Konflikten im Klassenzimmer. Ein Fall antisemitischer Beleidigungen an einer Berliner Grundschule sorgte jüngst bundesweit für Schlagzeilen. Den Lehrern wird in dem Kontext der falsche Umgang mit der Situation vorgeworfen. Aber woher sollen sie denn den richtigen Umgang wissen? Auch Fortbildungen zum Thema Antidiskriminierung sind, zumindest in der hessischen Lehrerbildung, freiwillig.

Auch das ist also ein Symptom des gleichen Problems. Bund und Land verlassen sich darauf, dass Lehrer sich in ihrer Freizeit Mediationsstrategien widmen und pädagogische Konzepte für ein digitales Klassenzimmer ausdenken. Ein Paradigmenwechsel in der Lehrerbildung ist dabei nicht nur im Interesse der Schüler, sondern auch im Interesse der angehenden Lehrer. Bereits jetzt leiden rund 30 Prozent der jungen Lehrer und Referendare an einem Burn-out oder sind zumindest gefährdet.

Unsere Gesellschaft ist zum Glück auf dem Weg, heterogener, bunter und digitaler zu werden. Es wird höchste Zeit, dass das Kultusministerium bei der Lehrerbildung darauf reagiert.

rebecca.roehrich@fnp.de Berichte auf den Seiten 1 und 3

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen