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Kommentar Wirtschaft: Lufthansa muss wachsen

<span></span> Foto: Salome Roessler

Wachstum. Ein Ziel, das sich die Lufthansa AG nach den aktuellen Entwicklungen nun wohl noch größer in ihren Leitfaden für 2017 schreiben wird. Denn ausgerechnet der Erzrivale, die irische Billigfluggesellschaft Ryanair, nimmt ihnen jetzt auch noch den Titel „Europas größte Fluggesellschaft“ ab.

Knapp 110 Millionen Fluggäste beförderte das Dax-Unternehmen gemeinsam mit den Töchtern Eurowings, Swiss und Austrian Airlines. Immerhin ein Anstieg um 1,8 Prozent. Doch das hat nicht gereicht. Ryanair konnte seine Passagierzahlen um stolze 15 Prozent auf 117 Millionen Fluggäste steigern. Dieser Anstieg ist auf ein kräftig erweitertes Angebot zurückzuführen, das sich auch 2017 noch einmal erhöhen wird. Denn ab Frühjahr landen die Iren ausgerechnet auch auf dem Heimatflughafen der Lufthansa in Frankfurt, wenn auch nur mit zwei Verbindungen.

Als im Oktober 2016 die Ryanair-Delegation am Frankfurter Flughafen auf den Boden segelte, versetzte das vor allem der Lufthansa einen tiefen Stich ins Herz. Denn im neuen Gebührenkatalog des Flughafen sind Rabatte für Neukunden vorgesehen, von denen die Stammkunden nicht oder nur sehr schwer profitieren. Neben dem Ärger darüber, dass einer der größten Konkurrenten künftig vom selben Flughafen abheben darf, wird genau dieser also auch noch bessergestellt, wenn auch nur befristet.

Auch die Streitigkeiten mit ihrem Personal machten der Lufthansa im vergangenen Jahr schwer zu schaffen. Wieder gab es Streiks der Piloten, wieder fielen Tausende Flüge aus. Und weiterhin ist keine Einigung in Sicht. Das vergrault Kunden, die immer wieder befürchten müssen, nicht am gebuchten Tag am gebuchten Ziel anzukommen. Das hat die Airline schon über 100 Millionen Euro gekostet.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will das Flugangebot 2017 weiter ausbauen. Das muss er auch. Helfen sollen Spohr beim Ausbau die 38 Jets von Air Berlin, die inklusive Piloten und Flugbegleiter gemietet werden, sowie die jüngst besiegelte Übernahme von Brussels Airlines. Sowohl ein Großteil der Jets der defizitären Fluggesellschaft Air Berlin, also auch die Brüsseler werden an die Tochter Eurowings angedockt. In welche Richtung das Wachstum geht, scheint damit klar. Denn auch die Lufthansa hat erkannt, dass gerade junge Leute billig um die Welt fliegen wollen. Und da sind die Angebote von Ryanair derzeit einfach attraktiver. Der Titel „Europas größte Fluggesellschaft“ wird den Iren deshalb wohl nicht so schnell zu nehmen sein.

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