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Kommentar: Nur Verlierer

Von Die Deutsche Lufthansa und ihre Tochter Eurowings liegen im Dauerclinch mit den Gewerkschaften. Es gelingt nur noch wenigen Insidern, den Überblick zu behalten, wer wann und warum einen Streik ausruft.
Michael Balk Foto: (FNP) Michael Balk

Seit 2014 sind für den Konzern nach Berechnungen des IW-Institutes etwa 550 Millionen Euro an Streikkosten angefallen. Allein die vier Streiks seit September dürften 100 Millionen Euro verschlungen haben. Dieses Geld fehlt nicht nur den Aktionären, sondern kann auch nicht in höhere Gehälter fließen. Alle Akteure wären demnach klug beraten, Kompromisse zu suchen. Doch davon sind die Streithähne meilenweit entfernt.

Die Kunden der Lufthansa schütteln inzwischen nur noch mit dem Kopf. Der Imageschaden für das einstige Aushängeschild der deutschen Luftfahrtbranche ist immens. Gerade in den schwierigen Umbruchzeiten, in denen die Lufthansa einerseits von den frechen Billigfliegern und andererseits von den Staats-Airlines aus den Emiraten in die Zange genommen wird, wird ungeheuer viel Energie, Zeit und Geld (das an anderer Stelle nötig wäre) in eine Vielzahl von Tarifauseinandersetzungen gesteckt.

Auch der Berufsstand der Piloten, der einst zu den angesehensten im Lande gehörte, hat seinen Ruf inzwischen total ruiniert. „Bild“ titelte jüngst: „Über den Wolken scheint die Gier grenzenlos zu sein.“

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat es nicht nur verpasst, allen Beschäftigten die Notwendigkeit von Veränderungen plausibel zu vermitteln. Er versucht leider, den Umbau des Luftfahrt-Konzerns über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg durchzuziehen. Ihm fehlt die Überzeugungskraft. Seine Glaubwürdigkeit hat gelitten.

Und der Vereinigung Cockpit geht es doch auch nicht um eine üppige Gehaltserhöhung. Zwar wurden die überwiegend sechsstelligen Piloten-Saläre in den vergangenen Jahren nicht mehr angepasst. Doch das haben sie mit anderen Branchen gemeinsam, die sich in einem strukturellen Umbruch befinden – etwa die Zeitungsbranche. Die selbstbewusst auftretenden Gutverdiener der Lufthansa wollen vielmehr beim Konzernumbau mitreden und die Eurowings als Billig-Plattform möglichst klein halten.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist nicht zu erkennen. Die bittere Erkenntnis: Es gibt nur Verlierer.

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