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Opel: Aus Fehlern lernen

<span></span> Foto: (FNP)

Die Einweihung des neuen Entwicklungs- und Testzentrums für Antriebssysteme am Opel-Stammsitz ist ein weiterer Meilenstein auf dem langen Marsch aus der schwersten Krise der Unternehmensgeschichte. Im Jahr 2008/09 hatte es noch so ausgesehen, als ob beim Traditionsunternehmen die Lichter für immer ausgehen könnten. Inzwischen hat der Rüsselsheimer Autobauer ein hartes Sanierungsprogramm durchlaufen, hat Werke geschlossen und Mitarbeiter entlassen. Spätestens mit dem Amtsantritt des neuen Vorstandsvorsitzenden Karl-Thomas Neumann 2013 ist neuer Schwung ins Unternehmen gekommen. Er hat die Führungsmannschaft komplett ausgetauscht und die strategischen Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Mit einer gewaltigen Modelloffensive rollt Opel mittlerweile den Markt auf, gewinnt wieder Anteile zurück und setzt bei der Zukunftstechnologie Elektromobilität Akzente.

Das Licht am Ende des viel beschriebenen Tunnels strahlt für die Opelaner immer heller. Es herrscht Aufbruchstimmung. Bei den Absatzzahlen ist die Wende bereits deutlich sichtbar. In der Bilanz beginnt sich der Erfolg nun auch niederzuschlagen. Im ersten Halbjahr 2016 ist es nach verlustreichen Jahren endlich gelungen, schwarze Zahlen zu schreiben. Auch wenn Neumann nach dem britischen Brexit-Votum auf Währungsrisiken hinweist, die die Erträge schmälern könnten, ist die Ertragswende nachhaltig. Opel hat’s gepackt. Mit vereinten Kräften und dank origineller Werbung („Umparken im Kopf“) mit Markenbotschaftern wie Kulttrainer Jürgen Klopp.

Das neue Entwicklungszentrum stärkt Opel und den Standort Rüsselsheim im weltweiten Verbund des US-Mutterkonzerns General Motors. Die GM-Manager haben erkannt, welche Kompetenz und Innovationskraft sie in Deutschland vorfinden. Statt Opel auszunehmen, investieren sie heute Milliardensummen. Statt die deutschen Ingenieure zu bevormunden, lassen sie ihnen freie Hand. Davon profitieren alle Beteiligten. In Rüsselsheim werden hoch qualifizierte Arbeitsplätze gesichert und geschaffen. Die US-Marken im GM-Konzern gewinnen durch das weltweit anerkannte „German engineering“ neue Käufer.

Einen kräftigen Schub kann Opel durch seinen Technologievorsprung in der Elektromobilität bekommen. Mit dem neuen Stromer Ampera-e hat Opel die Konkurrenz abgehängt. In dieser Klasse schafft kein anderes E-Auto 500 Kilometer Reichweite. Doch dieses Pfund gilt es, in Image und Absatzerfolge umzumünzen. Dabei sollte sich Neumann an die Erfahrungen erinnern, die mit dem Ur-Ampera gemacht wurden. Der sorgte zwar auf der IAA für Furore, floppte aber im Verkauf. Bitter für Opel, dass es nicht gelang, die damalige Technologieführerschaft nachhaltig auf das Markenimage zu übertragen. Daran muss Neumann mit seinem Team um Marketing-Chefin Tina Müller hart arbeiten.

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