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Pandoras Brausedose

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<span></span> Foto: (FNP)

Wenn Jogi Löw eines Tages abtritt, kann Ralf Rangnick ganz beruhigt die deutsche Nationalmannschaft übernehmen – seine sogenannten Rasenballsportler und ihren Superstar Mario Götze weiß er dann ja bei Jürgen Klopp in guten Händen. Glücklicherweise ist diese Personalrochade noch nur eine Zukunftsfantasie, deren Verwirklichung selbst der Hauptbetroffene für nicht sehr wahrscheinlich hält, mit der er sich seinen Interviewantworten in der „Bild“ zufolge aber sicher gut anfreunden kann. Während sie für die meisten Fußballfreunde außerhalb Leipzigs wie ein Alptraum erscheinen dürfte. „Ganz ausschließen“, wie Rangnick selbst sagt, kann man das alles leider nicht. In diesem Fall ist die Büchse der Pandora schließlich eine Brausedose, aus der noch manches Unheil entweichen kann.

Normalerweise wären derlei Interviews für einen Zweitligavertreter der reine Größenwahn. In Leipzig freilich ist nichts normal – angefangen vom des Sponsors wegen gewählten Vereinsnamen. Und groß genug wähnen kann man sich bei dieser Red-Bull-Filiale gar nicht, befeuert von den Geldströmen aus dem Energy-Drink-Imperium. Einige Verhältnisse hat man so schon außer Kraft gesetzt. Den Verteidiger Orban hätte auch die Eintracht gerne geholt, den Stürmer Selke die Bremer gerne behalten. Gegen die aus dem österreichischen Zaubertrank herrührende Finanzkraft eines Zweitligisten hatten sie keine Chance – was mit gesundem Wettbewerb nichts zu tun hat.

Da sind auch die Verbände gefordert. So wie die Kicker des Retortenclubs in der jungen Saison über den Rasen stolpern, bleibt nur die kleine Hoffnung, dass sie sich selbst noch einmal im Weg stehen. An großen Zielen fehlt es in Rangnicks Reich nicht, an der nötigen Portion Demut ganz sicher.

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