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Kommentar: Pro und Kontra Handynutzung in der Schule

Symbolbild Foto: Sven Hoppe/Archiv Symbolbild

Tobias Köpplinger schreibt PRO Handynutzung:
Warum Schüler ihre Handys im Unterricht nutzen müssen

An! Keine Frage. Kinder müssen in der Schule ihre Handys nutzen dürfen. Ein Verbot geht an der Realität vorbei. Smartphones gehören längst zum Leben unserer Kinder so wie Sportverein und Hausaufgaben.

Tobias Köpplinger Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Tobias Köpplinger

Frankreich hat am Montag ein Handyverbot an Schulen beschlossen. Ein absolutes. Internetfähige Geräte haben auf dem Pausenhof und in den Klassenzimmern nichts mehr verloren. Auch in Deutschland diskutieren jetzt Lehrer, Eltern und Verbände: Handy aus oder an?

An! Weil Smartphones viel mehr als Zocken und Selfie sind. Wer sein Smartphone nutzen darf, lernt, wie man recherchiert, wie man mit Suchergebnissen umgeht und sich einem Thema nähert.

An! Weil Kinder gar nicht früh genug lernen können, mit dem Smartphone richtig umzugehen. Sie lernen Methoden- und Medienkompetenz. Sie lernen, was vertrauenswürdige Quellen sind? Und sie lernen hoffentlich auch, wann sie zocken dürfen und wann nicht.

An! Weil sich dann auch Eltern und Lehrer ernsthaft mit Smartphones und digitalem Leben auseinandersetzen müssen. Aussperren hilft nicht. Aber drüber reden, gemeinsame Regeln vereinbaren. So wie beim Rauchen, beim Bier und beim Ausgehen.

Natürlich gibt es die Schattenseiten: Was geschieht mit sozial Schwächeren, die kein Smartphone haben? Was tun bei Missbrauch? Trotzdem: An! Sonst bleiben diese Fragen unbeantwortet.

Christiane Warnecke schreibt KONTRA Handynutzung:
Warum das Handy in der Schule überflüssig ist

Handy aus: Wenigstens am Vormittag sollten unsere Kinder Smartphone-Pause haben – im Unterricht wie auf dem Schulhof. Im Klassenraum hat das Buch als Informationsquelle nichts an Aktualität eingebüßt – ein Medium, das als Kulturgut bei vielen Kindern und Jugendlichen ansonsten aus dem Bewusstsein zu verschwinden droht. Und gerade für die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens, die in den ersten Schuljahren vermittelt werden, ist auch keine jährliche Neuauflage nötig.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Aus, damit Helikopter-Eltern gar nicht erst in Versuchung kommen, ständig nachzufragen, ob ihr Kind gut angekommen ist und wie es ihm geht.
Aus, damit das Mobbing via WhatsApp-Klassengruppe oder Ähnliches wenigstens am Vormittag Pause hat.

Aus, damit die Jungen und Mädchen auf dem Pausenhof zusammen spielen und sprechen, anstatt schweigend nebeneinander zu „daddeln“.
Aus, damit Abwechslung herrscht zur oft vorherrschenden Beschäftigung in der Freizeit. Und für Schulfächer, die sich zentral um aktuelle Themen wie Politik drehen, ist auch nachmittags noch Zeit zum Googeln im Auftrag des Lehrers.

Das soll nicht heißen, dass der Digitalpakt der Bundesregierung überflüssig wäre und Medienkompetenz nicht auch in der Schule vermittelt werden sollte. Wenn die Schüler dabei aber ihre eigenen Smartphones in der Hand haben, sind sie so stark abgelenkt, dass sie dem Lehrer kaum noch Aufmerksamkeit schenken werden.

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