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Kommentar Sport: Profit statt Vernunft

<span></span> Foto: (FNP)

Radprofis sind extrem belastbar. Wer eine Tour de France absolvieren kann, gehört – trotz aller Doping-Diskussionen – zweifelsfrei zu den fittesten Athleten. In Katar geraten nun selbst die weltbesten Radprofis an ihre körperlichen Grenzen. Es ist kaum verantwortlich, eine Straßen-Weltmeisterschaft im Oktober in einem heißen Wüstenstaat auszurichten. Schon in den ersten Tagen dieser WM kamen viele Sportler dem Kollaps nahe. Manche gaben schon während ihrer Zeitfahr-Rennen auf, weil der Körper in der Hitze schlapp machte.

Die umstrittene Vergabe der Rad-WM nach Katar zeigt, dass auch der Weltverband UCI offenbar vor dem Geld der Scheichs eingeknickt ist – wie zuvor der Fußball-Weltverband Fifa, der die WM 2022 nach Katar vergab. Profit geht in diesen Fällen vor Vernunft. Dass bei der Rad-WM jetzt darüber nachgedacht wird, das abschließende WM-Rennen der Männer am kommenden Sonntag von 257,5 Kilometer auf 106,4 Kilometer zu verkürzen, um die Gesundheit der Fahrer zu schützen, trägt fast schon einen grotesken Charakter. Natürlich wäre diese Maßnahme angesichts der Hitze sinnvoll. Doch ein würdiger Weltmeister könnte kaum noch ermittelt werden. Und wieso das Possenspiel? Die UCI erweckt den Eindruck, als wäre sie von den fast 40 Grad in Katar überrascht.

Die Parallelen zur Fifa sind frappierend. Auch der Fußball-Weltverband entschied sich erst spät – auf Druck der Medien und Verbände –, die WM vom brütend-heißen Sommer in den Winter zu verschieben. Wie sagte Deutschlands Profi Tony Martin kopfschüttelnd am Rande der WM: „Geld regiert weiter die Welt.“

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