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SPD Aufbruch unter schwierigen Vorzeichen

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Die SPD steht am Sonntag vor einer großen Aufgabe. Nach den Querelen um Martin Schulz brauchen die Sozialdemokraten nicht nur einen neuen Chef, sondern gleich eine ganz neue Führungskultur. Und noch dazu eine inhaltliche Neuausrichtung.

Christiane Warnecke Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Christiane Warnecke

Noch immer ist die Partei zerrissen: Die Mehrheit ist froh, sich am Ende doch noch in die Regierung gerettet zu haben, um nach der verheerenden Wahlniederlage einen Absturz in die Bedeutungslosigkeit zu bannen. Für viele andere, rund um Juso-Chef Kevin Kühnert, ist der Eintritt in die Groko ein weiterer Risikofaktor für das ohnehin stark angekratzte Image der altehrwürdigen Partei. Diesen Widerständlern muss die SPD-Führung glaubhaft machen, wie eine Erneuerung der deutschen Sozialdemokratie auch als Juniorregierungspartner der Union möglich ist.

Bevor das geschehen kann, steht die Führungsspitze der Partei aber erst einmal selbst zur Wahl. Und das könnte nicht ganz so reibungslos verlaufen, wie es sich das bisherige Team gewünscht hatte. Denn die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange hat als Gegenkandidatin von Andrea Nahles mehr Unterstützer hinter sich vereinen können, als erwartet. Auch zahlreiche hessische Ortsverbände unterstützen die Außenseiterin. Das liegt nicht nur daran, dass ihre Ideen so überzeugend wären. Vielmehr sind viele an der Basis verärgert darüber, dass der Parteivorstand ursprünglich Andrea Nahles handstreichartig zur kommissarischen Vorsitzenden ernennen wollte und damit den Eindruck erweckt hatte, eine Diskussion über die Besetzung des Spitzenpostens im Keim ersticken zu wollen. Da fanden es viele SPD-Mitglieder sehr erfrischend, dass die Flensburgerin ihren Hut in den Ring geworfen hat.

Ob es geschickt ist von der Parteiführung, zu der ja auch der hessische Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel als Bundes-Vize gehört, die Gegenkandidatin weitgehend zu ignorieren, wird sich am Sonntag weisen. Ein guter Anfang für einen offenen Diskussionsprozess ist das allerdings nicht.

Eines ist aber klar, die SPD wird in Zukunft von einer Frau geführt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sie dennoch Andrea Nahles heißen. Sie muss dann den dringend nötigen Erneuerungsprozess anstoßen. Schäfer-Gümbel liefert dazu ein paar gute programmatische Anstöße.

christiane.warnecke@fnp.de Berichte S. 1 und 3

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