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Kommentar Wirtschaft: Schwierige Vorsorge

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Vor dem Gesetz sind alle Anleger gleich. 25 Prozent sind an Steuern auf Kapitalerträge fällig, zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer. Diesen Satz zahlen Arbeitnehmer wie Rentner, Banken und Fondsgesellschaften. Jedoch stellt sich immer mal wieder die Frage, ob das denn auch gerecht ist, wenn alle gleich behandelt werden.

„Nein“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser in einem Interview. Er sieht einen Unterschied, ob sich ein Aktiensparer Wertpapiere kauft, um sie fürs Alter ins Depot zu legen, oder ob ein Hochfrequenzcomputer in einer Bank ein ähnliches Papier 1000 Mal in der Sekunde handelt. Mit diesem Urteil ist Kaeser nicht allein. Spekulation ist etwas anderes als Sparen.

Dieser Unterschied wurde auch bis vor ein paar Jahren gemacht. Wer seine Aktien länger als ein Jahr hielt, konnte den Gewinn spekulationssteuerfrei einheimsen. Ständiges Hin und Her wurde dagegen besteuert. Solche Haltefristen sind sinnvoll, wenn es darum geht, den Verbrauchern private Vorsorge schmackhaft zu machen. Immer wieder wird ja gern betont, dass daran kein Weg vorbeiführt. Und an der Aktie als Sparinstrument ebenso wenig; angesichts der Nullzinsen gelten Dividendenpapiere nachgerade als alternativlos.

Politiker legen in der Thematik also eine gewisse Doppelzüngigkeit an den Tag, indem sie das Sparen propagieren und es – wie die Spekulation – „bestrafen“. Wer langfristige Geldanlage fördern will, muss Anreize dafür setzen. Eine Haltefrist für Aktien könnte da problemlos auch auf fünf Jahre festgesetzt werden. Und wer partout eine soziale Komponente einflechten will, kann ja an die hohen Vermögen ran.

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