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ESC-Streber-Wissen: Alles was Sie zum Eurovision Song Contest wissen müssen

Von Am Samstag ist es wieder soweit und der Eurovision Song Contest lockt wieder Millionen Menschen auf der ganze Welt vor den Fernseher. Auch in Frankfurt werden sich wieder zahlreiche Fans auf ESC-Partys treffen oder mit der Familie zusammenkommen.
Die Finalisten feiern. Foto: Julian Stratenschulte Die Finalisten feiern. Foto: Julian Stratenschulte

Sollten Sie zu denen gehören, denen der ESC etwas fremd ist, können das für Irritationen sorgen. Wir haben für Sie daher die wichtigsten Fragen beantwortet, damit Sie auch als ESC-Laie mit Fachwissen punkten können.

Warum findet der ESC dieses Jahr in Kiew statt?

Der Eurovision Song Contest (kurz: ESC) findet immer in dem Land statt, aus dem der Sieger des vergangenen Jahres kommt. Im vergangenen Jahr gewann die ukrainische Sängerin Jamala mit der emotionalen Ballade „1944“. In welcher Stadt der ESC genau stattfindet, entscheidet das austragende Land selbst. Meist fällt die Wahl auf die Hauptstadt des Landes. Jedoch nicht immer: Nach dem Lena-Sieg ließ Deutschland den ESC 2011 in Düsseldorf stattfinden.

Wer sind in diesem Jahr die Favoriten?

In der Regel beweisen die Buchmacher ein gutes Gespür für den Ausgang des Wettbewerbes. In diesem Jahr sind sich die Wettanbieter einig und sehen Portugal, Bulgarien, Schweden und Belgien vorne. Großer Favorit auf den Sieg ist bei allen Italien. Auch diverse Social-Media-Rankings und Klickzahlen auf YouTube zeigen: Italien hat am meisten Fans. Doch aufgepasst: Gelegentlich passiert es auch, dass der Abend eine unerwartete Wendung nimmt. Trifft jemand die Töne nicht, kann man ganz schnell vom Mitfavoriten zum Hinterbänkler werden. Auch Überraschungen sind jederzeit möglich. Und wer weiß, vielleicht jodelt sich am Ende auch Rumänien zum Sieg? Möglich ist alles, an einem bunten ESC-Abend.

Wie wird über den Sieger entschieden?

Jedes Land, das am ESC teilnimmt, darf über den Sieger abstimmen. Dabei vergibt jedes Land zwei Punktesätze mit den Punkten 1 bis 8, 10, und 12. Ein Punktesatz wird per Televoting vergeben. Im vergangenen Jahr gefiel den deutschen Fernsehzuschauern der Russische Act am Besten. Daher gingen 12 Punkte aus Deutschland an Russland. Auf Platz zwei lag beim deutschen Televoting Polen und erhielt acht Punkte etc. Mit insgesamt 361 Punkten lag Russland im vergangen Jahr auch auf Platz 1 im Zuschauervoting. Jedes Land vergibt jedoch noch einen zweiten Satz Punkte, der von einer Expertenjury vergeben wird. Das soll einer gewissen Qualitätssicherung dienen. Gewinner des Juryvotings war im vergangenen Jahr Australien. In der Addition beider Ergebnisse landete jedoch die Ukraine auf dem ersten Platz.

Mandatory Credit: Photo by SERGEY DOLZHENKO/EPA/REX/Shutterstock (8818926dj)
Singers and their teammates react after being selected to the finals after the Second Semi-Final of the 62nd annual Eurovision Song Contest (ESC) at the International Exhibition Centre in Kiev, Ukraine, 11 May 2017. The ESC 2017 Grand Final is held on 13 May.
Second Semi Final - 62nd Eurovision Song Contest, Kiev, Ukraine - 11 May 2017
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Für viele Fans bedeutet der Eurovision Song Contest vor allem auch eins: Party machen! Wo man sich in Frankfurt gemeinsam bei Public Viewings den Wettbewerb ansehen kann, erfahren Sie hier.

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Die deutsche Expertenjury besteht in diesem Jahr aus ESC-Gewinnerin Nicole, Sängerin Joy Denalane, Musikproduzent Andreas Herbig sowie den Sängern Adel Tawil und Wincent Weiss. Die Jury bestimmt ihre Favoriten bereits am Freitag im sogenannten "Jury-Finale". Samstagabend werden dann zunächst die Jurypunkte aus dem jeweiligen Ländern verkündet, ehe sie mit den Televoting-Ergebnissen addiert werden.  

Wer darf alles beim ESC mitmachen?

Teilnahmeberechtigt sind alle Länder, die Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sind. Diese Länder sind nicht deckungsgleich mit der politischen EU oder dem geografischen Europa. So gehören auch einige Länder Nordafrikas (Ägypten, Algerien, Tunesien und Marokko) dazu. Im Osten erstreckt sich der Kreis der Teilnahmeberechtigten von Jordanien und Israel bis nach Aserbaidschan. Jedes EBU-Mitglied darf am ESC teilnehmen, muss aber nicht. So sagen immer mal wieder einzelne Länder ihre Teilnahme aus diversen Gründen ab. Meist spielt Geldmangel eine Rolle, aber auch politische Konflikte können ein Grund sein.


2015 nahm zum ersten Mal auch Australien am ESC teil. Da der ESC in Australien sehr beliebt ist, durfte das Land, anlässlich des 60. Jubiläums, am ESC teilnehmen. Aus der Ausnahme wurde eine Sonderregel. Australien muss sich seitdem jedoch erst im Halbfinale beweisen. Sollte der Australische Act gewinnen, würde der ESC im Folgejahr jedoch weiterhin in einem europäischen Land australischer Wahl stattfinden. Da die Gesamtzahl der Teilnehmenden Länder einen Abend sprengen würde, gibt es seit 2008 zwei Halbfinals aus denen die jeweils besten Zehn ins Finale einziehen. Die Reihenfolge in der aufgetreten wird, wird per Losverfahren festgelegt. Lediglich das Gastgeberland sowie die sogenannten Big-Five (Deutschland, Groß-Britannien, Frankreich, Spanien, Italien) sind automatisch fürs Finale qualifiziert, da diese Länder den größten Anteil des EBU-Etats stemmen.

Welche Regeln müssen die Künstler beachten?

Rund um einen Auftritt beim ESC gibt es klare Regeln. So dürfen maximal sechs Personen auf der Bühne stehen. Die Interpreten müssen mindestens 16 Jahre alt sein, nach oben gibt es keine Altersgrenze, für Jüngere gibt es den „Junior Eurovision Song Contest“. Das Lied muss live gesungen werden und darf keine politischen Botschaften enthalten. Diese Regel wird immer wieder diskutiert, da es zumeist sehr auf Interpretation beruht, was eine politische Botschaft ist. Der georgische Beitrag aus dem Jahr 2009, mit dem Titel „We don´t wanna Put In“ durfte zum Beispiel nicht teilnehmen, da die im Titel versteckte Kritik am russischen Präsidenten dann doch zu offensichtlich war.


Des Weiteren dürfen die Lieder maximal drei Minuten lang sein und müssen Originalversionen sein. Auch diese Regel sorgt immer wieder für Gesprächsstoff und den Vorwurf dieses oder jenes Lied sei „geklaut“. Zudem dürfen die ESC-Lieder frühestens am 1. September des Vorjahres veröffentlicht werden. Es gibt jedoch keine Regel, die besagt, dass es einen nationalen Vorentscheid geben muss. In vielen Ländern wird der Teilnehmer auch einfach von der jeweiligen Rundfunkanstalt beschlossen. In Deutschland verzichtete der NDR zuletzt im Jahr 2009 auf einen öffentlichen Vorentscheid und scheiterte krachend.

 Es rufen doch sowieso alle nur für ihr Nachbarland an!

Das ist eine weitverbreitete These. Und tatsächlich lässt es sich gelegentlich beobachten, dass ein Land seinem Nachbarland hohe Punkte gibt, obwohl das vermeintlich ungerechtfertigt erscheint. Diese Beobachtung tritt jedoch nicht nur bei Osteuropäischen Ländern auf, sondern in allen Teilen Europas gleichermaßen. Das muss auch nicht zwingen Klüngelei sein, sondern kann auch einfach mit Sympathien für die jeweilige Songauswahl zu tun haben. Statistisch lässt sich übrigens nicht erkennen, dass „Nachbarschaftshilfe“ ein Lied eklatant nach vorne bringt. Um vorne zu landen, muss ein Lied ohnehin aus ganz Europa Punkte bekommen. Ganz vorne in der ewigen ESC-Bestenliste stehen mit Irland und Schweden auch zwei Länder, die nicht unbedingt für ihre Vielzahl an Nachbarstaaten bekannt sind. Eine gute Performance ist also nach wie vor das wichtigste Kriterium.

Warum sind die alle so verrückt drauf?

Der ESC ist ein Festival der guten Laune. Keiner nimmt etwas erster als unbedingt nötig. Gemeinsam feiern und Freude an der Musik stehen seit jeher für die ESC-Gemeinde im Vordergrund. Hoch professionale Hochglanz-Performances gehören dabei genauso zu einem ESC-Abend, wie verrückte Gestalten in albernen Kostümen und skurrilen Lieder. Vielfallt ist das A und O.     
 
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