Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 17°C

Baby stirbt wegen Gluten- und laktosefreier Mangelernährung

Reis- und Haferdrink statt Muttermilch: Ein Elternpaar in Belgien glaubt, seinem Baby etwas Gutes zu tun und ernährt es mit alternativen Lebensmitteln. Der sieben Monate alte Junge stirbt an den Folgen. Nun hat ein Gericht die Eltern verurteilt.
Glutenfreies Brot ist sinnvoll für echte Allergiker - in anderen Fällen kann der Verzicht auf bestimmte Inhaltsstoffe problematisch werden. Foto: Peter Endig Glutenfreies Brot ist sinnvoll für echte Allergiker - in anderen Fällen kann der Verzicht auf bestimmte Inhaltsstoffe problematisch werden. Foto: Peter Endig
Dendermonde. 

Nach dem Tod ihres mangelernährten Babys hat ein Gericht in Belgien ein Elternpaar zu jeweils sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das sieben Monate alte Kind sei im Sommer 2014 an den Folgen einer ungeeigneten Ernährung gestorben, urteilte die Richterin am Mittwoch.

Dem Bericht der Nachrichtenagentur Belga zufolge hatten die Eltern das Kind nach Problemen mit dem Stillen und der Flasche monatelang nur mit Flüssigkeit aus Reis, Hafer, Quinoa und Buchweizen gefüttert. Vater und Mutter gingen laut Gericht davon aus, dass ihr Baby Laktose und Gluten nicht vertrug, zogen aber nie einen Arzt hinzu. Es sei wohl auch Misstrauen gegenüber der Schulmedizin im Spiel gewesen, so die vorsitzende Richterin Mieke Butstraen.

„Das Kind muss Hunger gelitten haben, weil es an krankhafter und chronischer Unterernährung in Kombination mit Dehydrierung gestorben ist”, stellte das Gericht fest. „Die Angeklagten haben ihre Überzeugungen zu Ernährung und Versorgung über seine Gesundheit gestellt - mit allen Folgen.”

Die Eltern hätten nicht verstanden, dass der Zustand des Jungen alarmierend schlecht war, erklärte Verteidigerin Karine Van Meirvenne, die Freispruch gefordert hatte. „Meine Klienten haben nicht mit Absicht gehandelt.”

Nachdem sich der Junge mehrmals übergeben hatte, brachten die Eltern ihn zuerst zu einem Homöopathen. Dieser schätzte den Zustand laut Gericht als ernst, aber nicht lebensbedrohlich ein und riet den Eltern, das Kind schnell ins Krankenhaus zu bringen. Auf dem Weg dorthin stoppten sie noch bei einer Apotheke, um die vom Homöopathen empfohlenen Mittel zu kaufen.

Als die Eltern schließlich in der Notaufnahme ankamen, konnten die Ärzte nur noch den Tod des Kindes feststellen. Das Baby war dehydriert und mit 4,3 Kilogramm für sein Alter viel zu leicht.

Das Gericht verhängte die Mindeststrafe. „Die Beklagten selbst sind schon hart gestraft dadurch, dass sie mit dem Wissen leben müssen, dass sie verantwortlich sind für den Tod ihres Söhnchens, das sie aufrichtig liebten”, sagte Richterin Butstraen.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Panorama

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse