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Aus China: Bambus-Bär für Berlin

Es ist ein Leihgeschäft mit politischer Dimension: China überlässt dem Berliner Zoo für 15 Jahre zwei Pandabären. Die Kanzlerin und Chinas Regierungschef demonstrieren Einigkeit.
Hauptsache es gibt genügend Bambus: Im Zeichen deutsch-chinesischer Diplomatie ist im Berliner Zoo eine knapp zehn Millionen Euro teure Anlage für zwei Riesenpandas eröffnet worden. Bilder > Foto: Axel Schmidt (POOL Reuters) Hauptsache es gibt genügend Bambus: Im Zeichen deutsch-chinesischer Diplomatie ist im Berliner Zoo eine knapp zehn Millionen Euro teure Anlage für zwei Riesenpandas eröffnet worden.
Berlin. 

Was zählt, ist Bambus. Bambus knabbern. Ob da nun Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Chinas Präsident Xi Jinping umringt von Kameras vor dem Gehege stehen, scheint den neuen Berliner Pandas egal. Lässig lehnt sich einer der beiden Bären auf seiner Bank zurück. Tiefenentspannt. Nach wenigen Minuten haben die Fotografen alles im Kasten. Merkel, beim Besuch gewohnt beherrscht, winkt den Bären zum Abschied zu. Seelenruhe bei Panda-Dame Meng Meng (Träumchen) und Männchen Jiao Qing (Schätzchen). Schaulustige sind sich einig: „Süüüß“. Einer klingt enttäuscht: „Der frisst ja nur!“

Abstecher vom Gipfel

Für Merkel und Xi ist die Eröffnung der Anlage im Berliner Zoo ein Abstecher vom G20-Gipfel in Hamburg, aber zum Spaß sind sie keineswegs hier. Nicht weniger als „zwei sehr sympathische Diplomaten“, „Sonderbotschafter unserer beiden Länder“ seien die schwarz-weißen Bären, sagte Merkel. Xi betonte schon am Morgen: „Ich bin überzeugt, dass diese beiden neue Botschafter unserer Freundschaft werden können.“

Die Übergabe der Pandas habe große politische und wirtschaftliche Bedeutung für beide Seiten, sagte Chinaforscherin Christin Shi-Kupfer vom Mercator Institut für China Studien im RBB. China wolle „freundlich und harmlos“ wahrgenommen werden und habe sich schon im Vorfeld des Gipfels um eine harmonische Atmosphäre bemüht, obwohl es ja durchaus Spannungen zwischen den Ländern gebe. Das Wappentier für Natur- und Tierschutz kommt da gelegen.

Teure Leihgabe

Bislang bekommt längst nicht jeder Zoo Pandas aus China – Berlin ist nun der einzige bundesweit. Von einem Geschenk kann allerdings nicht die Rede sein, die Leihgebühr liegt bei einer Million US-Dollar pro Jahr, wobei ein Großteil in den Artenschutz fließen soll.

2015 fädelte die Kanzlerin persönlich das Geschäft ein. Lange Zeit stand bereits fest, dass die neue Panda-Anlage während des G20-Gipfels eröffnet werden soll – eine Zeit der millionenschweren Verträge. In kurzen Reden im Zoo fanden Merkel und Xi denn auch nur lobende Worte. Es herrscht lockere Sommerfest-Atmosphäre, viel Smalltalk. Kritische Töne dagegen vor den Toren: Dort protestierten Menschenrechtsaktivisten in Pandakostümen. „Merkel, klare Worte statt Pandadiplomatie“ war auf Schildern der Tibet-Initiative zu lesen. Polizisten leiten sie freundlich weg. Der Deutsche Tierschutzbund beklagte, dem Zoo gehe es weniger um Artenschutz und Nachhaltigkeit, sondern um Millioneneinnahmen. Der Souvenirshop ist bereits entsprechend gefüllt, auch in so manchem großen Berliner Kaufhaus türmen sich die Plüschpandas. Bei Schülern im Bus sind die Pandas das Thema schlechthin.

Vor dem Zoo-Einlass bilden sich lange Schlangen. Drinnen sind zwei Schaulustige in einen Disput verstrickt, wie Pandamännchen pinkeln, auch sonst scheint das Fachwissen breit. Das Ganze vor der Kulisse der zehn Millionen Euro teuren Panda-Anlage: Rote Zäune, grün-rot geschwungenes Ziegeldach mit Drachen als Krönung. Dazu spielt ein Traditionsorchester, aus China eingeflogen. Der Aufwand, den der Zoo auch sonst für die Pandas betreibt, dürfte beispiellos sein: Das fängt beim Futter für die extrem wählerischen Bären an (Bambus-Import, eigens gebackene Energie-Muffins) und hört bei „Wellness-Spa“ auf.

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