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Streit um Luxusanwesen: „Brad Pitt hat meine Firma versenkt“

Die Künstlerin Odile Soudant sollte Licht-Installationen im Schloss von „Brangelina“ durchführen – doch aus der Zusammenarbeit wurde ein erbitterterer Justiz-Streit. Nach drei Jahren Kampf hat sie ihn gewonnen.
Unbezahlte Rechnungen und Rufschädigung: Eine Zivilkammer des Pariser Berufungsgerichts verurteilte Brad Pitt zu einer hohen Geldstrafe. Foto: Andrew Cowie (EPA) Unbezahlte Rechnungen und Rufschädigung: Eine Zivilkammer des Pariser Berufungsgerichts verurteilte Brad Pitt zu einer hohen Geldstrafe.
Paris. 

Erst wirkte Brad Pitt so interessiert, offen und locker; nichts schien ein Problem zu sein, schon gar nicht das Geld. Um sein Château Miraval von Licht durchfluten zu lassen, scheute der US-Schauspieler keine Kosten. 2008 hatte er das Anwesen in der Provence mit seiner damaligen Partnerin Angelina Jolie gekauft, das sie auch nach der Trennung behalten wollen.

Für die Umsetzung seiner Vorstellungen engagierte Pitt 2010 die französische Licht-Künstlerin Odile Soudant, die jahrelang im Büro des renommierten Architekten Jean Nouvel für die Licht-Installationen zuständig war und ihre eigene Firma „Lumières Studio“ gegründet hatte. Als begeisterter Fan von Nouvel war Brad Pitt auf sie aufmerksam geworden – eine seiner Töchter trägt sogar den Namen Shiloh Nouvel Jolie-Pitt.

600 Hektar groß

Das Hollywood-Paar ging riesige Umbauarbeiten in dem 600 Hektar großen Anwesen aus dem 17. Jahrhundert an, zu dem auch Weinberge und eine Produktion von Olivenöl gehören.

Doch was als fruchtbare – und für Odile Soudant zunächst durchaus rentable – Zusammenarbeit begann, endete in einem erbitterten Prozess. Im April verurteilte ein Pariser Gericht die in Luxemburg ansässige gemeinsame Firma von „Brangelina“, Soudant 565 000 Euro zu zahlen; 60 000 Euro davon wegen Rufschädigung.

Château Miraval in Südfrankreich: Zum Anwesen gehören auch Weinanbau sowie eine Olivenölproduktion. Bild-Zoom Foto: Maxppp/Sophie Donsey (MAXPPP /EPA FILES)
Château Miraval in Südfrankreich: Zum Anwesen gehören auch Weinanbau sowie eine Olivenölproduktion.

Das Urteil fiel bereits im April, wurde aber erst am Donnerstag von der französischen Tageszeitung „Libération“ enthüllt. In der Zeitung erklärt die Künstlerin ihre Verärgerung: „Brad Pitt hat meine Firma versenkt und sich meine Arbeit zu eigen gemacht. “Zunächst habe er sie beauftragt, aus dem südfranzösischen Schloss einen „außerordentlichen Ort“ zu machen: Das Licht solle im „Zentrum von allem“ stehen.

Einen Vertrag gab es nicht, aber zwei Jahre lang wurden alle Rechnungen sofort bezahlt. Soudants Projekt nahm immer größere Ausmaße an, an dem bis zu 17 Personen in Vollzeit mitarbeiteten. Ende 2013 hingegen, als die Arbeiten bereits Millionensummen verschlungen hatten, häuften sich die technischen Probleme und kostspieligen Verzögerungen. Brad Pitt ordnete einen Zahlungsstopp an und zeigte sich unzugänglich für Soudants drängende Bitten, die Rechnungen zu begleichen. Da ihre Firma inzwischen zu 70 Prozent von Aufträgen des Château Miraval abhing, sie ihre Mitarbeiter und Zulieferer bezahlen musste, habe sie schließlich eine Mahnung geschickt.

Pitt ist entrüstet

Der Filmstar reagierte entrüstet: „Ich weiß nicht, wie das in Frankreich läuft, aber in den USA greifen sich Freunde nicht gegenseitig an“, schrieb Pitt. „Ich war immer nur ein Fan deiner Arbeit. Beenden wir dieses Projekt und seien wir stolz darauf.“ Sie solle nicht ihre Zeit mit juristischen Auseinandersetzungen vergeuden. Einige Monate später folgte ein Teil der Bezahlung.

Die Baustelle betreten durfte sie jedoch nicht mehr; stattdessen sollte eine ehemalige Mitarbeiterin die Installationen beenden. Aufgrund der massiven Zahlungsrückstände konnte sich Soudants Firma nicht für andere Ausschreibungen bewerben. Erst nach drei Jahren siegte sie juristisch über „Brangelina“. Ganz ausgestanden ist der Kampf noch nicht: Die Künstlerin besteht auf den Urheberrechten für ihre Werke.

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