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Höhlendrama: Das Wunder von Thailand

Freunde, Kumpel, Klassenkameraden: Das Schicksal der vermissten Jungen in Thailand hat auch ihre Mitschüler schwer mitgenommen. Nach mehr als einer Woche können alle endlich aufatmen.
Eine erleichterte Angehörige zeigt auf ihrem Tablet ein Bild von den vermissten Jungen, das die Rettungskräfte in der Höhle gemacht und verschickt haben. Foto: LILLIAN SUWANRUMPHA (AFP) Eine erleichterte Angehörige zeigt auf ihrem Tablet ein Bild von den vermissten Jungen, das die Rettungskräfte in der Höhle gemacht und verschickt haben.
Chiang Rai. 

Erleichterung in Thailand: Nach mehr als einer Woche verzweifelter Suche scheint die Berggöttin Nang Non die Gebete der verzweifelten Angehörigen und Freunde erhört zu haben. Die in einer Höhle im Norden des Landes eingeschlossenen zwölf Teenager und ihr Fußballtrainer sind am Leben. „Unsere Spezialkräfte haben die Menschen wohlbehalten gefunden“, berichtet Provinzgouverneur Narongsak Osotthanakorn. „Der Einsatz ist aber noch nicht abgeschlossen. Wir planen, das Wasser aus der Höhle herauszupumpen und sie zu holen.“

Mitschüler beteten

Wenige Stunden zuvor: In der Mae-Sai-Prasitsart-Schule ist kein normaler Schultag für die Kinder. Denn von sechs ihrer Schulkameraden fehlt seit Tagen jede Spur. An diesem Morgen beten alle Kinder für ihre Mitschüler. Im Schneidersitz hocken die etwa 3000 Jungen und Mädchen im Schulhof. Die Hände haben sie zur buddhistischen Gebetshaltung gefaltet. „Beten wir alle zusammen. Sprecht mir nach.“ Sozialkundelehrer Takkapong Thammarangsri spricht in ein Mikrofon.

Ihr gutes Karma aus diesen und den vergangenen Leben solle den Schulkameraden helfen. Buddhisten glauben an Wiedergeburt und daran, dass Handlungen in früheren Leben Auswirkungen auf dieses Leben haben. „Mögen die Göttin Nang Non, alle ehrwürdigen Wesen, Engel und heiligen Wesen, die wir nicht sehen können, die 13 Leben gehen lassen“, bitten die Schüler die in der Region verehrte Berggottheit um Hilfe. „Diese Menschen sind meine Freunde, bitte beschützt sie.“

Es war eine lange Zeit des quälenden Wartens, bis die Nachricht von der wundersamen Rettung kam. Die Fußballmannschaft wurde seit dem 23. Juni in einer überfluteten Höhle in der Provinz Chiang Rai vermisst. Die zwölf Jungen im Alter von elf bis 16 Jahren und ihr Trainer waren nach dem Training in die Höhle eingestiegen. Seitdem haben Hunderte Helfer, Taucher, Soldaten und Höhlenexperten nach der Gruppe gesucht.

Wasser wird aus der zehn Kilometer langen, verzweigten Höhle gepumpt, die Helfer suchen nach anderen Zugängen, um die Fußballer doch noch irgendwie zu finden. Lange gibt es kein Lebenszeichen. Die Verantwortlichen geben dennoch optimistische Parolen aus.

Am Ende gute Nachricht

Er sei anfangs schockiert, traurig und nervös gewesen, sagt Thanwa Chuaychukit. Sein Freund, der 16-jährige Peerapat, zählt zu den Vermissten. Jetzt werde es langsam besser. „Wir kennen uns seit der 7. Klasse und machen oft was miteinander.“ Die ganze Klasse mache sich Sorgen, aber man müsse auch an die nächsten Prüfungen denken.

Anderen fällt es schwerer, nicht ständig an die Freunde zu denken. Er kenne den ebenfalls vermissten Prajak seit einem Jahr, sagt der 14-jährige Komin Armaw. Normalerweise sitzt er im Unterricht daneben. „Er lernt fleißig und ist gut in Mathe. Ich frage ihn oft etwas“, sagt er, bevor ihn seine Gefühle übermannen. „Letzten Samstag war sein Geburtstag.“ Er verstummt und zeigt ein Handyfoto von ihrem letzten gemeinsamen Ausflug.

Die 200 Lehrer versuchen, den Optimismus am Leben zu halten, und auch der Schulleiter ermuntert die Kinder: „Ihr könnt für sie beten, aber besucht auch den Unterricht wie normal“, sagt er. „Vielleicht gibt es heute Abend gute Nachrichten.“ Er behielt Recht.

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