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Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!: Der Erfolg des „Dschungelcamps“

Sind Millionen Deutsche Gaffer und Lästermäuler? Diese Frage drängt sich angesichts stabil hoher Quoten des „Dschungelcamps“ auf.
Beim RTL-Dschungelcamp kann es ziemlich schleimig zugehen. Foto: RTL Foto: RTL Beim RTL-Dschungelcamp kann es ziemlich schleimig zugehen. Foto: RTL
Berlin. 

Drei Mal schon hat die RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ die Acht-Millionen-Marke geknackt.

Und das, obwohl sich das Konzept seit 2004 kaum verändert hat. War ein zerkauter Känguru-Hoden bei der Premiere noch ein Skandal, können heute nur wenige Dschungelprüfungen ernsthaft unter dem Ekel-Label laufen. „Das ist aber eh bloß noch Beiwerk“, sagt der Stuttgarter Professor Franco Rota von der Hochschule der Medien. „Heute ist es wichtiger, wie sich die Teilnehmer in der Gruppe verhalten.“

„Der Homo sapiens ist ein Wiederholungstäter“, meint Rota. Gerade deshalb komme den Menschen das bereits wie ein Ritual wirkende TV-Sendungsformat zupass: Konzentration auf die Gefangenensituation und Piesacken per Telefonvoting nach altbekannten menschlichen Verhaltensmustern.

Die Rollenmuster blieben staffelübergreifend gleich, sagt die Hamburger Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher: Da seien die blonde egoistische Zicke mit niedrigem IQ, der alternde Schauspieler, der Abenteurer. Die Mischung ist dieses Mal aber besser: „Das hier ist Verunsicherungsfernsehen, weil man sich als Zuschauer nie auf das Bild verlassen kann, das man sich gestern noch von einem Kandidaten gemacht hat – morgen kann alles schon anders sein“, schreibt Anja Rützel für „Spiegel Online“.
 

Bilderstrecke Tag 11 im Dschungelcamp 2014
Tag 11 im RTL-Dschungelcamp: Die Strapazen gehen an den Kandidatinnen und Kandidaten nicht spurlos vorüber, Model Larissa Marolt sah auch schon mal besser aus. In unserer Fotostrecke zeigen wir Szenen des 11. Dschungeltags. <br>
<br>Fotos: (c) RTL. Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im <a href="http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html">Special bei RTL.de</a>Die Zuschauer haben entschieden. Mola Adebisi muss das Camp verlassen. Er verabschiedet sich von Melanie Müller.Mola: "Ich bin sehr glücklich das Camp verlassen zu dürfen. Es war ne" tolle Erfahrung - ich habe alles gelernt, was man hier im Busch lernen kann und ich bin froh, dass mein Aufruf erhört wurde und ich gehen darf."

 

Ex-Viva-Moderator Mola Adebisi (40) etwa wurde vom Moralapostel zum Weichei. Adebisi sagte gestern im Telefoninterview mit dem hessischen Privatsender „Planet Radio“: „Ich habe mich mit allem verschätzt, verrechnet. So etwas mache ich nie wieder.“

Voyeurismus, Häme und Boshaftigkeit lassen sich für den Zuschauer außergewöhnlich gut verbinden, wie Rota erklärt. „,Das Dschungelcamp‘ läuft so erfolgreich, weil es Treppenhauscharakter hat und die Dschungelteilnehmer auf uns wirken wie gute Bekannte.“

Auch die Einbindung des Social Webs habe sich intensiviert, meint Professorin Bleicher. Bei Twitter beteiligten sich die Zuschauer zeitweise mit 200 Tweets pro Minute. „Hier reproduzieren sich alte Kommunikationsformen des Klatsches mit einem starken Fokus auf moralischen Bewertungen.“

Und der Dschungel scheint salonfähig geworden zu sein. Anders als 2004 geben heute viele zu, die Show zu schauen.
 

Bilderstrecke Tag 10 im Dschungelcamp 2014
Zehn Tage im Dschungel hinterlassen ihre Spuren. Larissa knuddelt jetzt sogar mit Winfried, nachdem der ihr erklärt hat, wie eine Petroleumlampe funktioniert.
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<br>Fotos: (c) RTL. Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im <a href="http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html">Special bei RTL.de</a>Die Zuschauer haben entschieden: Nach Corinna Drews muss Julian F.M. Stoeckel  das Camp verlassen. Er verabschiedet sich von Larissa Marolt und den anderen Campbewohnern.Auch hier wird heftig gebusselt.


Dschungelprüfung 11: "Kakerlaken-Sarg".
Tag 11 im Dschungelcamp

Tag 11 im RTL-Dschungelcamp – Teamchef Jochen Bendel musste sich mit 40.000 Kakerlaken auseinandersetzen und Mola Adebisi verließ das Camp.

clearing
(dpa,red)
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