E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 15°C

Albert von Monaco: Der Größte im Zwergstaat

Monaco gibt sich gern als schillernder Jetset-Tummelplatz an der Côte d’Azur. Staatschef Albert II. versucht, das Mini-Land fit für die Zukunft zu machen. Dabei hat er klare Ziele.
Fürst Albert II. von Monaco mit seiner Frau Charlène und den Zwillinge Jacques und Gabriella. Boulevardmedien berichten immer wieder über eine Ehekrise des Paares, und auch hier scheinen ihre Blicke nicht gerade liebevoll. Foto: Claude Paris (AP) Fürst Albert II. von Monaco mit seiner Frau Charlène und den Zwillinge Jacques und Gabriella. Boulevardmedien berichten immer wieder über eine Ehekrise des Paares, und auch hier scheinen ihre Blicke nicht gerade liebevoll.
Monaco. 

Albert II. ist kein Fürst spektakulärer Auftritte. Monacos Staatschef absolviert im Heimatland und in der ganzen Welt im Jahr eher diskret Hunderte Termine. Seinen heutigen 60. Geburtstag nimmt der bisweilen zurückhaltend wirkende Souverän zum Anlass, um für sein Herzensanliegen zu werben: den Umweltschutz. Das große Konzert zu seinen Ehren in der Kathedrale von Monaco steht unter dem Motto „Erhalt der Schöpfung“. Laut Regionalzeitung „Monaco-Matin“ werden rund 150 Musiker und Sänger auftreten.

Als Fürst ist der seit fast 13 Jahren regierende Albert längst aus dem Schatten seines Vaters Rainier III. herausgetreten. Dabei verfolgt er klare Ziele. Er bemüht sich, das Jetset-Paradies an der Riviera vom Schmuddel-Image eines Steuerparadieses zu befreien. Zudem muss wieder Ruhe in den Justizapparat des Landes gebracht werden, nachdem der mächtige Leiter der Justizverwaltung nach Medienenthüllungen 2017 vorzeitig in den Ruhestand wechselte.

Versuch der Modernität

Der Staatschef versucht, sich modern und aufgeschlossen zu geben. Er könne sich durchaus vorstellen, sein Amt irgendwann vorzeitig abzugeben – also nicht bis zu seinem Tod Staatsoberhaupt zu bleiben, bekannte er einmal in einem TV-Interview. Körperlich seien die fürstlichen Verpflichtungen teilweise anstrengend.

Die Modernität hat aber auch Grenzen. So wird Albert im französischen Fernsehen immer noch protokollgerecht mit der förmlichen Adelsanrede „Monseigneur“ angesprochen.

Als Sohn von Hollywood-Schönheit Grace Kelly weiß Albert, wie es ist, im Scheinwerferlicht zu stehen. Er studierte in den USA und wurde seit Ende der 80er Jahre immer stärker in die Verwaltung des Kleinstaats eingebunden. Als er nach dem Tod seines Vaters 2005 die Amtsgeschäfte übernahm, zog er auch einen Strich unter sein bis dahin eher flatterhaftes Privatleben und erkannte zwei uneheliche Kinder an.

Albert 1958 auf dem Arm seiner Mutter, Fürstin Gracia Patricia. Bild-Zoom Foto: UPI INP (UPI)
Albert 1958 auf dem Arm seiner Mutter, Fürstin Gracia Patricia.

Zu Alberts 50. wartete sein Zwergstaat noch sehnsüchtig auf Hochzeit und Nachwuchs des Regenten. Inzwischen hat er diese Erwartungen erfüllt und ist damit gewissermaßen auch endgültig in seine Regentenrolle geschlüpft: Bilderbuchhochzeit mit Fürstin Charlène 2011, Geburt von Erbprinz Jacques und Zwillingsschwester Gabriella drei Jahre später.

Fürsorglicher Vater

Der Mann, der lange als ewiger Junggeselle galt, sinniert jetzt als fürsorglicher Vater öffentlich darüber nach, wie seine Kinder langsam an ihre künftige Rolle herangeführt werden können.

Drei Jahre sind die beiden süßen Blondschöpfe inzwischen alt, und sie verzücken mit Auftritten an der Seite ihrer Eltern. Vor kurzem erst schauten sie mit großen Augen zu, wie Albert und Charlène beim Fest der Heiligen Devota – der Schutzpatronin Monacos – traditionsgemäß ein Holzboot anzündeten. Die Geburt der Zwillinge habe sein Leben völlig verändert, sagte Albert neulich dem französischen Journalisten Stéphane Bern.

Daneben begeistert Albert sich vor allem für den Sport – ein Faible, das er mit der früheren Profischwimmerin Charlène gemeinsam hat. Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang kommentierte er im französischen Fernsehen expertenmäßig den Bob-Wettkampf, fünfmal war er selbst in dieser Disziplin für sein Land bei Olympia angetreten.

Zur Startseite Mehr aus Panorama

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen