Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

Sturmtief "Axel" bringt Minusgrade: Deutschland friert ein

Während im Norden die Wellen peitschten und die Dünen zerstörten, herrschte anderenorts Schnee- und Eisglätte. Und was die Kälte betrifft, läuft Sturmtief „Axel“ erst heute zur Hochform auf.
Foto: Jussi Nukari (Lehtikuva)
Offenbach. 

Mütze, Handschuhe, Winterstiefel und möglichst extradicke Socken – ohne warme Kleidung kann ein Aufenthalt im Freien heute zur Qual werden. Das Sturmtief „Axel“, das seit Tagen das Wetter mit sibirischer Kaltluft prägt, macht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vorerst keine Anstalten, das Feld zu räumen.

An der Ostsee riss „Axel“ bereits Strände und Dünen mit sich. Es war die stärkste Ostsee-Sturmflut seit mehr als zehn Jahren. Am Strand von Binz und Prora brach die Düne streckenweise in einer Tiefe von drei bis acht Metern ab. Auf Rügen und Usedom verursachte die Sturmflut größere Schäden. Nicht nur an den Stränden von Binz und Prora, auch zwischen Koserow und Zempin nahmen Steilufer in der Sturmnacht Schaden.

Imbissbude weggerissen

Beschädigt wurde auch Deutschlands älteste Seebrücke Ahlbeck, wie Bürgermeister Lars Petersen sagte. Die berühmten Kreidefelsen von Rügen überstanden die schwere Sturmflut unversehrt.

Auf Usedom wurde jedoch eine Imbissbude am Steilufer zur Hälfte weggerissen. Seit dem Unwetter in der Nacht zu Donnerstag ist die Gaststätte von Petra Hofmann im Ferienort Zempin nur noch eine Ruine. Die Terrasse und das halbe Gebäude sind Beute der Naturgewalten geworden, nur die Küchenzeile und ein Herd stehen noch am Abgrund. Petra Hofmann ist fassungslos. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagte sie gestern. „Meine Existenz ist weg.“

In Lübeck, Eckernförde, Neustadt in Holstein, Flensburg, Rostock, Stralsund, Wismar und anderen Orten überflutete die Ostsee Straßen in Ufernähe, teils erreichte das Wasser Häuser und Geschäfte.

Nach einem Höhepunkt in der Nacht zum Donnerstag sanken die Pegelstände entlang der Ostsee überall wieder. Während im Norden die Wellen peitschten, herrschten andernorts Schnee- und Eisglätte.

Bevor die Eiseskälte aus dem Norden nach Deutschland gezogen ist, hatte sie bereits Lappland in der Nacht zum Donnerstag Temperaturen von etwa minus 40 Grad beschert. Am heftigsten traf es den finnischen Ort Muonio nahe der schwedischen Grenze: Hier zeigt das Thermometer 41,7 Grad unter Null an.

<span></span> Bild-Zoom

Meteorologe Lars Kirchhübel vergleicht das Tief bereits mit „Väterchen Frost“, denn vor allem Nächte mit klirrender Kälte lassen nun auch in Deutschland das Gefühl russischen Winters aufkommen. Arktische Polarluft lässt in der Nacht zu Samstag sogar Tiefstwerte von minus 25 Grad erwarten.

Diese Kälterekorde, so beruhigt Kirchhübel, dürften aber nur in einigen Alpentälern über dem frisch gefallenen Schnee erreicht werden. Allerdings sind die landesweit prognostizierten Tiefsttemperaturen zwischen minus 5 und minus 20 Grad in den kommenden Nächten auch alles andere als kuschelig.

Immerhin kommt heute tagsüber auch schon das Hoch „Angelika“ zum Zug. Das heißt: Es ist bis zu minus acht Grad kalt, allerdings überwiegend begleitet von viel Sonnenschein. Ausnahme sind der östliche Alpenrand und das Erzgebirge. Morgen wird in der Mitte und im Osten Deutschlands Schnee erwartet, während es im Westen und Nordwesten bei milderen Temperaturen regnen dürfte, hieß es. Angesichts der gefrorenen Böden drohe örtlich Glatteis.

Lkw in Schneewehen

Gestern gab es bei Glatteis, Schneetreiben und Wind laut Polizei in Bayern bereits innerhalb von 24 Stunden mehr als 300 witterungsbedingte Verkehrsunfälle. In Willich in Nordrhein-Westfalen kam in der Nacht zum Donnerstag ein 20-Jähriger bei Glatteis mit seinem Wagen von der Straße ab und starb. Auf der Autobahn 4 in Sachsen steckten laut Polizei zahlreiche Lastwagen in Schneewehen fest.

Morgen bringt „Alex“ dann sogar Schnee an den Bosporus und auf die Akropolis. Minusgrade werden in Istanbul, Neapel und Athen erwartet. Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach gestern berichtete, drohen vor allem auf dem Balkan „blizzardähnliche Stürme“.

(dpa,afp)
Zur Startseite Mehr aus Panorama

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse