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Zirkusbranche fürchtet Imageverlust: Echte Clowns sind sauer über "Horror"-Clowns

Alle reden über die „Grusel-Clowns“. In Manegen wird auf Schminke verzichtet. Politiker drohen brutalen Rotnasen. Der Circus Krone richtet Anti-Angst-Kurse ein. Und Stephen King ist es längst zu viel.
Illustration: Ein als sogenannter Horror-Clown verkleideter Mann posiert in Berlin in einer Tiefgarage (Symbolbild). Foto: Paul Zinken (dpa) Illustration: Ein als sogenannter Horror-Clown verkleideter Mann posiert in Berlin in einer Tiefgarage (Symbolbild).
Frankfurt. 

Schock-Auftritte von „Horror-Clowns“ werden in Deutschland immer mehr zur Plage und rufen nun die Politik auf den Plan. Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) warnte gestern Nachahmer vor den Folgen und drohte mit Haftstrafen. Bundesweit häufen sich derweil die Taten.

In Frankfurt registrierte die Polizei bislang drei Fälle. Am vergangenen Samstag beispielsweise bedrängte ein radelnder Clown im Oeder Weg (Nordend) eine Radfahrerin. Er fuhr ihr hinterher, beschimpfte sie und hinderte sie an einer Ampel an der Weiterfahrt. Die Frau konnte den Unbekannten schließlich abhängen, eine Fahndung der Polizei lief ins Leere.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein als sogenannter Horror-Clown verkleideter Mann posiert am 22.10.2016 in Berlin. Foto: Paul Zinken/dpa (zu dpa "Traurige Clowns - Profis wütend über Gruselattacken" vom 24.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Fälle im Gutleutviertel und Nordend Erste Horror-Clowns in Frankfurt unterwegs

Die Grusel-Clowns, ein fragwürdiges Phänomen aus den USA, beschäftigt inzwischen ganz Deutschland. Die Fälle häufen sich. Auch in Frankfurt sind verkleidete "Witzbolde" gesichtet worden.

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Die Zirkusbranche befürchtet unterdessen große Imageschäden. „Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Zirkusunternehmen, Dieter Seeger. „Viele moderne Clowns im Zirkus verzichten mittlerweile auf die weiße Gesichtsfarbe und Maske und setzen eher auf lustige Kleidung.“

Die professionellen Clowns sind sauer über den Spuk und stellen klar: „Grusel-Clowns sind keine Clowns. Es sind wirre Menschen, die ihre destruktiven Neigungen auf diese armselige Art ausleben wollen.“ Der Geschäftsführer des Vereins Rote Nasen Deutschland, Claus Gieschen, betonte in Berlin: „Wer Kinder und Erwachsene erschrickt und sich dabei hinter einer Maske verbirgt, richtet nicht nur seelischen Schaden bei den Betroffenen an, sondern beschädigt das Bild von Clowns in der Öffentlichkeit.“

Grusel-Clowns treiben inzwischen auch in Frankfurt ihr Unwesen. Zirkusclowns fürchten um ihr Image. Bild-Zoom Foto: Paul Zinken (dpa)
Grusel-Clowns treiben inzwischen auch in Frankfurt ihr Unwesen. Zirkusclowns fürchten um ihr Image.

Der therapeutische Einsatz von Clowns in Krankenhäusern sei wegen der Gruselwelle gefährdet. Der Verein Rote Nasen spendet Klinikpatienten Trost und Heiterkeit.

Auch wenn dem Opfer nichts passiere, könne ein „demaskierter Clown“ bis zu einem Jahr im Gefängnis landen, sagte NRW-Minister Kutschaty. „Da gehört er dann auch hin! Erst recht, wenn mit der Maskerade weitere Gewalthandlungen verbunden sind.“

Anti-Angst-Kurse

In den USA und vielen anderen Ländern machen Grusel-Clowns schon seit einiger Zeit die Straßen unsicher. Als Videos tauchen die makabren Streiche oft im Internet auf. Inzwischen ist es selbst Stephen King zu viel: Der US-Horrorautor hatte mit dem Roman „Es“, in dem der böse Clown Pennywise reihenweise Kinder tötet, 1986 einen Bestseller gelandet. King schrieb auf Twitter: „Liebe Leute, macht endlich mal halblang mit dieser Clown-Hysterie. Die meisten von ihnen sind gut, heitern Kinder auf und bringen Menschen zum Lachen.“

Zwei «Gruselclowns» erschrecken einen Besucher in einem US-amerikanischen Geisterhaus in Georgia am 29. Oktober 2015.
Gruselige Gestalten Horror-Clowns auch im Taunus gesichtet

Es ist ein bisschen wie in einem Thriller von Stephen King – nur Realität. In verschiedenen Regionen in Deutschland tauchten in den vergangenen Tagen sogenannte Horror-Clowns auf, die Passanten

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Genauso wie damals nach Erscheinen von „Es“ richtet der Münchner Circus Krone Anti-Angst-Kurse ein. Das sagte Zirkussprecherin Susanne Matzenau.

(dpa)
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