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Auszeichnung: „Familie Braun“ holt Emmy

Nach einer starken Gala 2016 war Deutschland diesmal eher schwach ins Rennen um die International Emmys gestartet. Eine von zwei möglichen Trophäen holen deutsche Fernsehmacher nach Hause – feiern wollen sie alle.
Szene aus der Serie mit Lara (Nomie Lane Tucker) und Vater Thomas (Edin Hasanovic) Foto: C.Pausch-Fotografie (ZDF) Szene aus der Serie mit Lara (Nomie Lane Tucker) und Vater Thomas (Edin Hasanovic)
New York. 

Einen Jubelschrei am Podium kann sich Produzentin Beatrice Kramm am Ende einfach nicht verkneifen. Als sie und das Team der vom ZDF produzierten Miniserie „Familie Braun“ den International Emmy entgegengenommen haben, steht ihr die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Mit der goldenen Trophäe holten die Macher der Serie um eine Neonazi-WG den wichtigsten internationalen Fernsehpreis nach Deutschland. „Familie Braun“ setzte sich bei der Gala am Montagabend (Ortszeit) in New York damit gegen Konkurrenten aus Kanada, Argentinien und Brasilien durch.

Weniger Glück

Weniger Glück hatte Schauspielerin Sonja Gerhardt, die für ihre Rolle in der ZDF-Serie „Ku’damm 56“ in der Kategorie als beste Darstellerin nominiert war. Die 28-Jährige unterlag der Britin Anna Friel, die in der Serie „Marcella“ mitspielt. „Natürlich ist man enttäuscht. Man ist so nah dran und dann kriegt man’s doch nicht“, sagte Gerhardt am Rande der Gala.

Beatrice Kramm (links) und Lucia Haslauer, Produzentin und Redakteurin der „Familie Braun“, freuen sich über ihren Emmy. Bild-Zoom Foto: JOHN ANGELILLO (imago stock&people)
Beatrice Kramm (links) und Lucia Haslauer, Produzentin und Redakteurin der „Familie Braun“, freuen sich über ihren Emmy.

„Vielen Dank an die Jurys auf der ganzen Welt, dass sie für unser kleines Programm gestimmt haben“, sagte Kramm bei Entgegennahme der Trophäe auf der Bühne. Die humoristische Darstellung von Neonazis in „Familie Braun“ sei keineswegs verharmlosend, sagte sie der dpa nach dem Sieg – im Gegenteil: „Man muss gegen Neonazismus kämpfen, wie man auch immer es kann.“ Gerade mit Humor könne man bei diesem Thema sehr viele Menschen erreichen.

Jeweils sechs Minuten

Die acht jeweils rund sechsminütigen Episoden von „Familie Braun“ drehen sich um das Mädchen Lara (Nomie Lane Tucker), ihre afrikanische Mutter (Karmela Shako) und ihren Vater Thomas Braun (Edin Hasanovic), einen Neonazi.

Da die Mutter nach dem One-Night-Stand in ihre Heimat Eritrea abgeschoben wird, muss der Vater sich in oft bizarren Situationen mit der dunkelhäutigen Tochter arrangieren. „Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, in fünf oder sechs Minuten komplexe Figuren zu erzählen“, sagte ZDF-Redakteurin Lucia Haslauer.

Die International Emmys sind ein Ableger des wichtigsten Fernsehpreises der Welt. Die für nichtamerikanische Produktionen vergebenen Ehrungen haben nicht den Glanz der in Los Angeles vergebenen US-Preise, sind aber trotzdem sehr begehrt.

Gerhardt bezeichnete sie als „Königsklasse“ und sagte, auch die Nominierung sei eine „ganz schön große Ehre“. Gerhardt hatte mit „Ku’damm 56“ in diesem Jahr bereits den Deutschen Fernsehpreis als beste Schauspielerin sowie den Bayerischen Fernsehpreis gewonnen.

Enttäuschung für Brasilien

Mit insgesamt vier Preisen in den elf Kategorien ging Großbritannien 2017 als stärkstes Land aus der Verleihung hervor. Auch Produktionsteams aus Norwegen, Belgien, Frankreich, Kanada und der Türkei nahmen Trophäen mit nach Hause. Eine herbe Enttäuschung erlitt Brasilien, das mit neun Nominierungen in den Abend gestartet war, am Ende aber keine einzige Auszeichnung gewann.

Im vergangenen Jahr war Deutschland gleich fünfmal nominiert gewesen und mit drei International Emmys nach Hause gegangen.

Sowohl die Macher von „Familie Braun“ als auch die trophäenlose Sonja Gerhardt versicherten, am Montagabend noch zu feiern. „Leider ohne Alkohol, weil ich hochschwanger bin“, sagte ZDF-Redakteurin Haslauer. „Aber die Stimmung ist auch ohne Alkohol sehr gut. Das Adrenalin haben wir im Blut, insofern werden wir es krachen lassen.“

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