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Elektromusik: Fans und Kollegen trauern

Der schwedische Musiker Avicii galt als Pionier und Überwinder der neuen Elektromusik. Fans und Kollegen zeigten sich von dem frühen Tod des jungen DJs zutiefst betroffen.
Tim Bergling, besser bekannt als DJ Avicii, bei einem Musikfestival in Budapest 2015. Sein Tod löste große Betroffenheit aus. Foto: ATTILA KISBENEDEK (AFP) Tim Bergling, besser bekannt als DJ Avicii, bei einem Musikfestival in Budapest 2015. Sein Tod löste große Betroffenheit aus.
Stockholm. 

Mit Bestürzung haben Kollegen und Fans des schwedischen DJs und Produzenten Avicii („Wake Me Up“) auf den Tod des 28-Jährigen reagiert. „Mir fehlen die Worte“, schrieb der deutsche DJ Felix Jaehn (23) bei Twitter. Der Franzose David Guetta (50) twitterte, die Welt habe einen unglaublich talentierten Musiker verloren. Auch Madonna bekundete ihre Trauer – wie auch Hunderttausende Fans.

Tim Bergling, wie Avicii mit bürgerlichem Namen hieß, war am Freitag in Maskat, der Hauptstadt des Oman, tot aufgefunden worden, wie seine Sprecherin Ebba Lindqvist mitteilte. „Die Familie ist am Boden zerstört.“ Avicii hielt sich laut der Zeitung „Times of Oman“ in der omanischen Hauptstadt Maskat mit Freunden in einem Fünf-Sterne-Hotel auf. Die Polizei in dem arabischen Staat geht laut einem Bericht des schwedischen Rundfunksenders SVT nicht von einer Straftat aus. „Wir haben alle Informationen, wir wissen, was geschah, aber wir werden es nicht an die Öffentlichkeit geben“, wurde ein Polizeisprecher am Samstag von SVT zitiert.

Avicii galt als einer der erfolgreichsten Musikmixer der Elektropopbranche. Er arbeitete mit Chris Martin (Coldplay), Jon Bon Jovi, Robbie Williams und Madonna zusammen. Das britische „DJ Magazine“ kürte ihn 2012 und 2013 zum drittbesten Discjockey. Auf der Top-100-Liste war er 2017 noch auf Platz 28. 2013 hatte er mit „Wake me Up“ einen Sommerhit gelandet. Es ist laut GfK der Song mit den zweitmeisten Downloads überhaupt in Deutschland.

In der Stockholmer Innenstadt versammelten sich am Samstag Hunderte Fans auf einem zentralen Platz, um an Avicii zu erinnern. Discos und Nachtclubs hatte schon in der Nacht zu Samstag um Mitternacht eine Schweigeminute eingelegt. „Wir wollten Tim ehren, er hat unsere Tanzflächen jahrelang mit Musik versorgt“, zitierte die Zeitung „Aftonbladet“ den Nachtclubbesitzer Robert Hållstrand.

Auftritt bei den Royals

Der schwedische Prinz Carl Philip und seine Frau, Prinzessin Sofia, erklärten: „Er machte unsere Hochzeit mit seiner fantastischen Musik unvergesslich.“ Avicii hatte auf der Hochzeitsparty im Juni 2015 gespielt. Zahlreiche Kollegen und Weggefährten äußerten sich nach der Nachricht vom Tod des 28-Jährigen bestürzt. „So traurig... So tragisch. Auf Wiedersehen lieber, bezaubernder Tim“, schrieb Superstar Madonna. Der aus Norddeutschland stammende DJ Felix Jaehn („Cheerleader“) schrieb, er wäre ohne Avicii nicht dort, wo er jetzt sei. Dessen Lied „Levels“ von 2011 habe ihn dazu gebracht, seine eigene Musik zu machen. Neben „Wake Me Up“ und „Levels“ gehörte etwa auch „Hey Brother“ zu seinen großen Hits.

Viele Auszeichnungen

2014 hatte Avicii zwei Trophäen beim deutschen Musikpreis Echo abgeräumt. Einige Monate später sagte er seine Tour wegen gesundheitlicher Probleme ab. Mit großem Bedauern reagierten seine Fans dann 2016 auf Aviciis Ankündigung, sich von der Bühne zurückziehen zu wollen. „Ich habe großes Interesse für verschiedene Dinge, aber zu wenig Zeit, dem nachzugehen“, hatte er damals erklärt. Dem Musikgeschäft blieb er jedoch erhalten.

Erst vor wenigen Tagen hatte er bei Facebook geschrieben, er fühle sich geehrt, für die Billboard Music Awards 2018 nominiert zu sein. Auf keinen Fall solle man die Show im Mai verpassen. Tausende Fans kommentierten diesen letzten Facebook-Eintrag und zeigten ihre Trauer. Seit 1990 werden die Billboard Music Awards jährlich verliehen, sie basieren größtenteils auf Chartplatzierungen.

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