E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 24°C

Kriminalität: Filmreifer Überfall auf das Ritz-Hotel in Paris

Drei der fünf Täter konnten noch vor Ort festgenommen werden, auch die Beute – deren Wert Schätzungen zufolge bei mehr als vier Millionen Euro liegt – wurde nach der Tat sichergestellt. Zwei Männer sind aber noch auf der Flucht.
Polizisten stehen nach dem Raubüberfall am Hintereingang des Ritz-Hotels in Paris. Foto: THOMAS SAMSON (AFP) Polizisten stehen nach dem Raubüberfall am Hintereingang des Ritz-Hotels in Paris.
Paris. 

Es hätte ein perfekter Raubüberfall mit einer Riesenbeute werden können – Schmuck und Uhren im Wert von mehr als vier Millionen Euro waren zumindest kurzzeitig schon im Besitz der Täter. Doch sie hatten offenbar nicht mit der Effizienz der Sicherheitsvorkehrungen im Pariser Luxushotel Ritz und der Schnelligkeit der nebenan patrouillierenden Polizisten gerechnet. Und so ging ihr räuberischer Plan nicht ganz auf. Drei von fünf Männern, die das Fünf-Sterne-Etablissement am schicken Place Vendôme in Paris am Mittwochabend überfielen, konnten unmittelbar gefasst und festgenommen werden; zwei von ihnen sind allerdings weiterhin auf der Flucht. Auch die komplette Beute wurde in einer Tasche sichergestellt. Spektakulär bleibt der Überfall trotzdem.

Es herrschte noch belebtes Treiben in dem im Herzen von Paris gelegenen Viertel, als plötzlich ein lauter Schlag ertönte – so erzählte es später ein Angestellter des Hotels gegenüber französischen Medien. „Wir hörten Lärm und viel Radau auf der Straße, Passanten suchten Zuflucht im Hotel. Man hat uns gesagt, dass es einen Einbruch gegeben hat.“

Drei vermummte, mit Äxten und Schusswaffen ausgerüstete Männer waren über den Hintereingang des Hotels eingedrungen und hatten die Glasvitrinen zerschlagen, hinter denen Schmuckhändler edle Stücke ausstellen. Rasch füllten die Räuber ihre mitgebrachten Taschen mit dem Diebesgut.

Beute zugeworfen

Einen Teil der Beute warfen sie durch ein Fenster zwei Komplizen zu. Diese fuhren jeweils mit einem Motorrad und einem Auto davon; das Motorrad verletzte bei der rasenden Jagd in falscher Richtung durch eine Einbahnstraße einen Passanten leicht. Der Fahrer verlor wohl noch auf der Straße einen Beutel mit einem Teil der gestohlenen Schmuckstücke. Das Auto wurde gestern 20 Kilometer nördlich von Paris ausgebrannt gefunden.

Die drei Einbrecher im Inneren des Hotels wollten wieder über den Hintereingang fliehen, doch dort war das Tor inzwischen verriegelt – Überwachungskameras hatten das Tun der Männer aufgezeichnet. Noch direkt vor Ort konnten sie von Polizisten, die auf Patrouille unterwegs waren, verhaftet werden.

Innenminister Gérard Collomb lobte die „Kaltblütigkeit und Professionalität“ der Polizisten. Die Festgenommenen sind knapp 30-jährige Männer aus einem sozialen Brennpunkt im Norden von Paris, die wegen bewaffneten Diebstahls, Gewalt und Hehlerei polizeibekannt waren. Noch vor Ort wurde eine Tasche mit Schmuck, Uhren und Waffen gefunden.

Viele ähnliche Fälle

Bereits seit 2014 hat die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen in dem Viertel verstärkt, da in den vergangenen Jahren mehrere ansässige Edeljuweliere überfallen wurden. Im März 2016 wurde der Edel-Juwelier Chopard Opfer eines Raubüberfalls. Bei ihm und 2017 bei einem anderen Juweliergeschäft wurden Waren in Millionenhöhe erbeutet. Für besonderes Aufsehen sorgte im Herbst 2016 der Überfall auf Kim Kardashian in einem anderen Pariser Hotel. Dem US-Star wurden Schmuck und Wertsachen im Wert von neun Millionen Euro gestohlen.

Zur Startseite Mehr aus Panorama

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen