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Winterwetter: Frost sorgt für Frust und Freude

Klirrende Kälte erwarten die Wetterexperten für die letzte Februarwoche in Mitteleuropa. Auch auf Deutschland kommen die frostigsten Tage dieses Winters zu. Die Minustemperaturen wirken sich direkt auf das Leben von Mensch und Tier aus – im Positiven und im Negativen.
Eingefroren ist dieses Wasserrad in Winterberg. Foto: Ina Fassbender (dpa) Eingefroren ist dieses Wasserrad in Winterberg.
München. 

Wenige Tage vor dem meteorologischen Frühlingsanfang zieht eisige Kälte durch Deutschland. Heute sollen die Temperaturen in einigen Landesteilen auf minus 20 Grad sinken. Manche freuen sich über die Kältewelle, andere bekommen jetzt große Probleme.

DIE BAUERN: Bei den Landwirten herrscht keine Alarmstimmung – zumindest dort nicht, wo Schnee die Äcker bedeckt. „Die Schneedecke schützt die im Herbst ausgesäten Pflanzen vor Kahlfrost“, heißt es vom Bayerischen Bauernverband. Außerdem machten Minustemperaturen Schädlingen das Leben schwer.

DIE AUTOFAHRER: Der ADAC hat die Zahl seiner Helfer aufgestockt, denn: „Bei diesen Witterungsbedingungen erhöht sich erfahrungsgemäß das Pannenaufkommen“, erklärt der Autoclub. „Die häufigste Pannenursache im Winter ist eine entladene oder defekte Batterie.“ Weitere Tipps: Den Kühlerfrostschutz und die Scheibenwaschanlage überprüfen, die Türdichtungen mit einem Pflegestift einreiben, damit sie nicht festfrieren. Und ganz wichtig: „Bei Winterwetter liefern nur Winterreifen mit mindestens vier Millimeter Profiltiefe sicheren Halt.“

DIE FEUERWEHR: Bei klirrendem Frost können Wasserleitungen platzen. Feuerwehren und Stadtwerke appellieren an Hausbesitzer, ihre Wasserzähler und Hausinstallationen gegen Frost zu sichern. Kellerfenster sollten geschlossen bleiben. Hydranten und andere Löschwasser-Entnahmestellen müssen schnee- und eisfrei bleiben, um die Feuerwehr nicht zu behindern.

DIE EINZELHÄNDLER: Der Winterschlussverkauf ist vorbei und in den Geschäften hängt die Frühjahrskollektion. Es droht also ein Schal- und Mützennotstand. Der Geschäftsführer des bayerischen Handelsverbands, Bernd Ohlmann, betont: „Es sind nicht alle Lager komplett leer geräumt.“ Das Angebot sei zwar kleiner und man müsse ein wenig suchen, aber die Winterkleidung sei noch nicht komplett aus dem Sortiment.

DIE ZOOTIERE: Viele Tiere freuen sich über Kälte und Schnee. „Gerade die sibirischen Tiger verbringen ihre Tage sehr gerne draußen und sind bei kaltem Wetter deutlich aktiver als im Sommer“, heißt es aus dem Münchner Zoo. Auch die Eisbären machen es sich im Schnee gemütlich. Besondere Vorsicht gilt hingegen bei den Giraffen: „Glatteis ist für die Giraffen mit ihren langen Beinen durchaus gefährlich.“

DIE LAWINENGEFAHR: „Kälte konserviert die Altschneedecke. Derzeit besteht also keine größere Lawinengefahr. Allerdings kann sich das Risiko schnell wieder erhöhen: „Starker Wind verfrachtet die obere Schneedecke und schafft damit eine ganz neue Ausgangslage.“

DIE OBDACHLOSEN: In den vergangenen drei Wochen haben mehr Obdachlose als zuvor die Übernachtungsmöglichkeit gerade in den Großstädten genutzt.

DIE RETTUNGSKRÄFTE: Die Wasserwacht rät davon ab, auf zugefrorene Seen und Weiher zu gehen. „Trotz starker Kälte kann es sein, dass die Eisschicht nicht trägt, weil sich das Wasser darunter zu stark bewegt“, warnt Peter Astashenko vom Roten Kreuz. Auch dunklere Flecken am Eis deuteten auf eine dünne Eisdecke hin.

DIE FORSTWIRTE: Sie freuen sich über gefrorene Waldböden. „Nur bei starken Minustemperaturen können wir sichergehen, dass der Waldboden durch unsere schweren Fahrzeuge nicht zu Schaden kommt“, erklärt Philipp Bahnmüller, Pressesprecher der Bayerischen Staatsforsten.

DIE BAUARBEITER: „Bestimmte Arbeiten wie etwa Betonieren oder äußere Verputzarbeiten können bei derartigen Minustemperaturen nicht mehr sinnvoll durchgeführt werden“, sagt Andreas Demharter, Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen. Werden die Arbeiten dennoch fortgesetzt, sind zusätzliche Maßnahmen nötig – „und das ist mit hohen Mehrkosten verbunden“.

(dpa)

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