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Fußballgroßer Stein in Autoscheibe - Frau schwer verletzt

Es ist wohl der Alptraum jedes Autofahrers: Menschen, die Steine von Brücken auf die Fahrbahn werfen. In den vergangenen Tagen ist dies gleich an mehreren Orten in Deutschland passiert - so wie gerade nahe Flensburg.
Zersplittert hängt die Windschutzscheibe nach der Kollision mit einem großen Stein im Rahmen. Bilder > Foto: Benjamin Nolte Zersplittert hängt die Windschutzscheibe nach der Kollision mit einem großen Stein im Rahmen.
Harrislee. 

Im Zusammenhang mit einem dramatischen Vorfall auf der Autobahn sucht die Polizei in Schleswig-Holstein nach Steinewerfern. Ein fußballgroßer Stein hat die Windschutzscheibe eines Autos auf der A7 nahe der dänischen Grenze durchschlagen und die Fahrerin schwer verletzt.

Die 58-Jährige war am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr aus Richtung Dänemark kommend auf der Autobahn unterwegs, als sie zwei Kilometer von der Grenze entfernt bei Harrislee unter einer Brücke durchfuhr. Plötzlich durchschlug der Stein die Scheibe, traf die Frau am Oberkörper und durchschlug im Anschluss die Heckscheibe, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die 58-Jährige konnte ihr Auto noch selbst stoppen. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer alarmierten die Rettungskräfte. Die schwer verletzte Frau wurde in ein Flensburger Krankenhaus gebracht. Zu Folgeunfällen kam es nicht. Die Autobahn war für gut drei Stunden gesperrt. Auch am Mittwoch wurden Spuren gesichert.

Etwa eine halbe Stunde vor dem Steinewurf bei Harrislee wurden elf Kilometer weiter südlich der Grenze auf der A7 bei Barderup (ebenfalls im Kreis Schleswig-Flensburg) mehrere etwa faustgroße Steine von einer Brücke geworfen. Hier wurde nach Polizeiangaben niemand verletzt. Ein Lastwagenfahrer konnte den Steinen ausweichen.

Man könne von einem Zusammenhang zwischen den Taten ausgehen, sagte der Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei Flensburg ermittelt wegen des Verdachts auf ein versuchtes Tötungsdelikt. Ein Verdächtiger konnte noch nicht festgenommen werden. Es seien in der Nacht zwar Leute befragt und auch mit zur Polizei genommen worden, sagte der Sprecher. Sie seien aber wieder laufen gelassen worden. Ein Tatverdacht habe sich nicht erhärtet.

Nach Informationen der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau will die Polizei auf der dänischen Insel Fünen die deutschen Kollegen kontaktieren und untersuchen, ob der Steinwurf in Verbindung mit einem Fall von 2016 steht, bei dem eine deutsche Frau starb. Damals war auf dem Rückweg aus dem Urlaub bei Odense auf Fünen das Auto einer Familie aus Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) von einem 30 Kilogramm schweren Betonklotz getroffen worden. Die 33-jährige Frau starb sofort, ihr 36 Jahre alter Ehemann wurde schwer verletzt. Der fünfjährige Sohn bekam nur Schrammen ab. Der Fall wird immer noch untersucht.

In anderen Regionen Deutschlands kam es in den vergangenen Tagen ebenfalls zu Steinwürfen an Autobahnbrücken. So wurde in der Nacht zu Mittwoch bei Erlangen in Bayern ein Lastwagenfahrer auf der A73 leicht verletzt. Ein Stein durchschlug die Windschutzscheibe des Lasters. In Brandenburg hatten Unbekannte am Montag ein Auto auf dem Berliner Ring mit einem Stein beworfen und die Frontscheibe beschädigt. Es entstand ein Schaden von 500 Euro.

(Von Birgitta von Gyldenfeldt, dpa)
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