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Wildtiere: Haben Wölfe die tote Flüchtlingshelferin in Griechenland zerfleischt?

Eine Britin setzt per Handy einen Hilferuf ab: Sie werde von wilden Tieren attackiert. Danach verstummt das Signal. Tage später werden die Überreste der Frau gefunden. Ihr Tod gibt Rätsel auf.
Die Bissspuren sollen von Wölfen stammen. Foto: Alexander Heinl (dpa) Die Bissspuren sollen von Wölfen stammen.
Athen. 

Gruselig, mysteriös und ungeklärt: Der Tod einer britischen Flüchtlingshelferin im Norden Griechenlands beschäftigt Polizisten und Experten für Wildtiere gleichermaßen. Wurde die Frau wirklich von Wölfen angegriffen und zerfleischt? Ein Gerichtsmediziner ist sich dessen sicher. Griechische Wolfkenner hingegen bezweifeln das – zu scheu seien die Tiere und in der betroffenen Region auch gar nicht heimisch. Auch die Polizei hat die Akte noch nicht geschlossen.

Was geschah wirklich am vergangenen Donnerstag in der Nähe der antiken Stätte von Maronia nahe der nordgriechischen Stadt Komotini? Britische Medien berichten, die 62-jährige Flüchtlingshelferin aus Bradford on Avon habe Verwandte in England angerufen und von einer Attacke durch wilde Tiere berichtet. Danach sei das Signal abgebrochen. Die Verwandten setzten sich daraufhin mit der britischen Botschaft in Athen in Verbindung, die Frau wurde als vermisst gemeldet, und die griechische Polizei begann mit der Suche.

Zwei Tage später

Erst zwei Tage später wurden die Rettungstrupps fündig. Offenbar war die Frau beim Wandern von der Strecke abgekommen, als sie Maronia besuchen wollte – am Samstag wurden ihre Überreste, rund vier Kilometer von der eigentlichen Route entfernt, entdeckt.

„So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen“, sagt dazu der zuständige Gerichtsmediziner Nikolaos Kifnidis. Entdeckt wurden menschliche Knochen, große Teile des Körpers fehlten allerdings, darunter auch die Wirbelsäule. Dass es sich um die Britin handelt, steht Kifnidis zufolge fest. „Wir haben keine Zweifel. Die Knochen, die wir gefunden haben, sind die der Engländerin.“

Kifnidis zog einen Veterinärexperten hinzu, der die Bissspuren an den Knochen analysierte und zu dem Schluss kam, es handele sich eindeutig um Spuren von Wölfen. Dafür spreche auch, dass Teile des Körpers fehlten. „Die Tiere ziehen ihre Beute in ihr Versteck.“ Leben könnten Wolfsrudel demnach im dicht bewaldeten Gebiet von Ismaros in der Nähe von Maronia.

Verwilderte Hunde

Panos Stefanou, Sprecher der griechischen Wildtierorganisation Arktouros, hat Zweifel. Das Waldgebiet Ismaros sei viel zu klein für ein Wolfsrudel. „Hinzu kommt, dass die scheuen Tiere beim Anblick von Menschen Reißaus nehmen“, ergänzt Spyros Psaroudas von der griechischen Wolf- und Wildtierorganisation Callisto. Vorstellbar sei, dass die Frau Opfer einer Attacke verwilderter Hunde gewesen sei, von denen es nach Schätzungen in Griechenland rund eine Million gibt. „Gerade in der Region um Maronia leben viele dieser riesigen Hunde, die Wölfen sehr ähneln“, sagt Psaroudas.

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