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Gesundheit: Herz zurück in den Brustkorb gelegt: Dem Wunderbaby geht es gut

Ein Kind wird mit einem seltenen Defekt geboren: Das Herz schlägt außerhalb der Brust. Die Ärzte kämpften um sein Leben. Und hatten Erfolg.
Es ist ein „Wunder“, sagen die glücklichen Eltern. Foto: Ben Birchall (PA Wire) Es ist ein „Wunder“, sagen die glücklichen Eltern.
London. 

Als Vanellope Hope Wilkins selbst 20 Minuten nach ihrer Geburt noch immer aus vollem Hals schrie und weinte, atmeten ihre Eltern zum ersten Mal seit vielen Monaten erleichtert auf. Glücklich und mit Tränen in den Augen bewunderten Naomi Findlay und Dean Wilkins ihr neugeborenes Mädchen, dessen Körper schon zu diesem Zeitpunkt in einen sterilen Plastikbeutel gewickelt war. Die Maßnahme war überlebenswichtig, um Infektionen zu verhindern. Denn das Baby litt unter einem äußerst seltenen Geburtsdefekt: Das Herz von Vanellope Hope schlug außerhalb der Brust, auch ein Teil des Magens befand sich außerhalb ihres Körpers.

Erstmalig im Königreich

Nun gab das Glenfield Hospital in der mittelenglischen Stadt Leicester Entwarnung: Nach drei großen Operationen gehe es dem drei Wochen alten Mädchen gut. Es sei wohl das erste Baby im Königreich, das diesen seltenen Defekt überlebt. Ein „Wunder“ nennen es die Eltern. Sie streicheln die winzigen Hände, auf dem Kopf trägt das Mädchen eine Babymütze mit pinker Schleife. In der Ecke sitzt ein Teddybär. Noch muss es künstlich beamtet werden, weil die Organe sich erst Platz verschaffen müssen, jetzt, da auch das Herz dazugekommen ist. Aber die größte Herausforderung hat Vanellope schon jetzt gestemmt.

Naomi Findlay war neun Wochen schwanger, als sie und ihr Mann nach dem routinemäßigen Ultraschall von der Schockdiagnose erfuhren: Bei der angeborenen Fehlbildung Ectopia Cordis, so die wissenschaftliche Bezeichnung, liegt das Herz nicht wie bei gesunden Menschen hinter dem Rippenbogen im Brustkorb, sondern außerhalb davon. Die Ärzte rieten, die Schwangerschaft abzubrechen. Auch wenn die Eltern verzweifelt waren, sie entschieden sich gegen eine Abtreibung. Am 22. November brachte ein Team von 50 Spezialisten das Mädchen per Kaiserschnitt auf die Welt. Eine Stunde danach wurde es zum ersten Mal operiert. Die Ärzte setzten das Herz so weit wie möglich zurück in den kleinen Körper.

Nicht nur die Mediziner sind überwältigt über den seltenen Fall, der gut auszugehen scheint. „Es ist überwältigend“, sagt die Mutter. „Ich bin so froh, dass ich nicht locker gelassen habe und die Schwangerschaft nicht abgebrochen habe.“

Die Eltern nannten ihr Kind nach einem Charakter im Disney-Animationsfilm „Ralph reicht’s“. Hartnäckig sei Vanellope in dem Film und am Ende verwandle sie sich in eine Prinzessin, „deshalb passt das gut“, sagt Findlay. Als zweiten Namen wählten die Eltern Hope, Englisch für Hoffnung.

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